Zertifizierte Fortbildung

Neuro-Depesche 7/2018

Schlaganfall, Herzinfarkt und Mortalität

Erhöhte Gefahr durch Apathie

Können depressive und Apathie-Symptome älterer Menschen deren Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtsterblichkeit erhöhen? Dies untersuchte die ICARA Study Group anhand eines systematischen Reviews mit anschließender Metaanalyse.

Von 52 Studien wurden 21 berücksichtigt, in denen insgesamt 47 625 ältere Menschen (durchschnittl. 74 Jahre) über median bis zu 8,8 Jahre nachbeobachtet wurden. Eine Apathie wurde anhand der drei entsprechenden Items der Geriatric Depression Scale (GDS) (GDS3A-Score ≥ 2) konstatiert, eine Depression anhand der restlichen 12 Items (GDS12D-Score ≥ 2). Erfasst wurden die Inzidenz von Myokardinfarkt und Schlaganfall sowie die Gesamtmortalität.
Menschen mit Apathie-Symptomen hatten ein jeweils um 21% höheres Risiko für einen Myokardinfarkt (adjustierte Hazard Ratio [HR]: 1,21), ein um 37% höheres Risiko für einen Schlaganfall (HR: 1,37) und ein um 47% höheres Risiko für die Gesamtmortalität (HR: 1,47).
Studienteilnehmer mit depressiven Symptomen wiesen ähnlich stark erhöhte Risiken für einen Schlaganfall (HR: 1,36) und die Gesamtmortalität (HR: 1,44) auf, aber – im Gegensatz zu vorherigen Studien – nicht für einen Herzinfarkt (HR: 1,08).
Wurden nur jene Patienten betrachtet, die ausschließlich unter einer Apathie bzw. depressiven Symptomen litten, ergaben sich ähnliche Wahrscheinlichkeiten. Auch die Sensitivitätsanalysen (z. B. auf mögliche Verzerrungen, erhoben mit einer modifizierten Version der Newcastle-Ottawa Scale) bestätigten die Ergebnisse. JL
Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer CME-Fortbildung.

Kommentar

Eine Apathie geht bei älteren Menschen mit zahlreichen negativen gesundheitlichen Auswirkungen einher. Diese Studie bestätigt vorherige Untersuchungsergebnisse, nach denen sie bei Älteren unabhängig von depressiven Symptomen das Risiko für Myokardinfarkte, Schlaganfälle und Tod erhöhen kann. Somit sollten Senioren mit Apathie-Erscheinungen intensiver auf ihre kardio- bzw. zerebrovaskuläre Gefährdung untersucht werden.


Quelle:

Eurelings LS et al. für die ICARA Study Group: Apathy and depressive symptoms in older people and incident ... Clin Epidemiol 2018; 10: 363-79



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ICD-Codes: R45.3

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