Glial fibrillary acidic protein (GFAP) im Serum bei NMOSD-Patienten

Neuro-Depesche 5-6/2021

Biomarker für Aktivität und Ansprechen?

Derzeit existieren bei der NMOSD noch keine objektiven Biomarker für die Krankheitsaktivität, die Schwere von Schüben oder die Effekte einer immunmodulatorischen Therapie. Ob sich dazu das im Serum bestimmte saure Gliafaserprotein (sGFAP) eignet, wurde jetzt in einer Auswertung der Phase-III-Studie N-MOmentum geprüft.
In der Doppelblindstudie hatten überwiegend weibliche Erwachsene mit NMOSD Inebilizumab oder Placebo erhalten. Die sGFAP-Spiegel wurden mittels Einzelmolekül- Arrays (SIMOA) in 1.260 seriellen und schub-assoziierten Proben von 215 Teilnehmern (92 % AQP4-IgG-seropositiv)bestimmt. Hohe sGFAP-Spiegel waren definiert als Werte ≥ 170 pg/ml.
Zu Studienbeginn wiesen 62 Teilnehmer (29 %) erhöhte sGFAP-Konzentrationen auf. Diese Patienten erlitten signifikant wahrscheinlicher einen Schub als die Mehrheit der Teilnehmer mit initial niedrigerem sGFAP-Spiegel (Hazard Ratio: 3,09; 95 %-KI 1,6 - 6,1; p = 0,001).
 
Schub-assoziierter Anstieg
Die medianen sGFAP-Werte stiegen in der Woche nach einem Schub deutlich an: Von 168,4 zu Baseline auf 2.160,1 pg/ml (p = 0,0015). Dabei korrelierten die Konzentrationen signifikant mit der Schubschwere. Dies betraf Schübe sowohl mit Optikusneuritis als auch mit Myelitis. Ein deutlich Schub-assoziierter sGFAP-Anstieg fand sich unter Placebo (medianer Fold Change [FC]: 20,2; p = 0,001) – nicht aber unter Verum (FC: 1,1; p > 0,05). Interessanterweise zeigten die 16 schubfreien NMOSD-Patienten mit deutlich erhöhten sGFAP-Konzentrationen im MRT mehrheitlich akut-entzündliche Läsionen. HL
Kommentar
sGFAP könnte zukünftig als Biomarker für die NMOSD-Aktivität, das Schubrisiko und sogar die Wirksamkeit einer Therapie dienen. Das Protein scheint direkt mit der Astrozyten-Schädigung in akuten MS-Läsionen verbunden zu sein.
Quelle: Aktas O et al.: Serum glial fibrillary acidic protein: a Neuromyelitis optica spectrum disorder biomarker. Ann Neurol 2021 [Epub 16. März; doi: 10.1002/ ana.26067]
ICD-Codes: G36.0
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