Cariprazin seit einem Jahr auf dem Markt | Neuro-Depesche 5-6/2019

Zunehmend im Behandlungsalltag genutzt

Das atypische Antipsychotikum Cariprazin hat vor mehr als einem Jahr die Zulassung zur Therapie von Schizophrenie-Patienten erhalten. Seine besonders hohe Affinität zum D3-Rezeptor und seine klinische Wirksamkeit, insbesondere bei dominierenden negativen Symptomen, legten Experten auf einem Pressegespräch von Recordati in München dar. Das generell gut vertragene Atypikum ist im Praxisalltag „angekommen“.

Auf Cariprazin eingestellte Patienten profitieren oftmals deutlich von dem einzigartigen Rezeptorprofil, bei dem die D3- erstmals stärker als die D2-Rezeptoraffinität ist. Als partieller D2-Agonist/Antagonist mit sehr hoher Affinität zum D2-Rezeptor hat Cariprazin aber auch eine gute antipsychotische Wirksamkeit. Entscheidend zu den positiven Erfahrungen im Klinikalltag beigetragen haben die exzellente Wirksamkeit auf die Negativsymptomatik sowie das insgesamt günstige Sicherheitsund Verträglichkeitsprofil. „Die Studiendaten zeigen, dass die Patienten einerseits von der guten Wirkung von Cariprazin bei Positivsymptomatik und andererseits von der signifikant überlegenen Wirksamkeit bei Negativsymptomatik profitieren“, betonte PD Andreas Menke, Würzburg. „Damit kann Cariprazin bei erwachsenen Schizophrenie-Patienten nach der Hoch-Akutphase breit eingesetzt werden.“
Die besondere Wirksamkeit von Cariprazin auf die negativen Symptome zeigt u. a. ein Head-to-head-Vergleich: Im PANSS-Faktorscore für Negativsymptomatik (PANSS-FSNS) kam es zu einer signifikant stärkeren Reduktion als unter Risperidon (p = 0,002). Auch in der Verbesserung des psychosozialen Funktionsniveaus war Cariprazin überlegen. Dieses Wirkprofil bestätigte auch Prof. Klaus-Christian Steinwachs, Nürnberg, anhand seiner Erfahrungen in der eigenen Praxis. Zudem berichten seine Patienten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensqualität.
„Auch das günstige Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil ist ein entscheidender Vorteil für die Patienten“, ergänzte Dr. Karolina Leopold, Berlin. Insbesondere im Hinblick auf kardiovaskuläre, metabolische und sedative Nebenwirkungen sowie die Hyperprolaktinämie ist Cariprazin im Vergleich zu den meisten anderen Antipsychotika verträglicher. Da diese Nebenwirkungen oft nicht toleriert werden, so Leopold, sollte ggf. eine Umstellung auf Cariprazin (mittels behutsamer Cross-Titration) in Erwägung gezogen werden. JL
Quelle:

Pressegespräch: „Vom Hoffnungs- zum Leistungsträger – 1 Jahr Reagila® in der Schizophrenie-Therapie“. München, 4. April 2019.

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