Galantamin bei DAT | Neuro-Depesche 3/2010

Welche Dosis für welchen Patienten?

Der AChE-Hemmer Galantamin ist eine etablierte Behandlungsoption bei Patienten mit Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT). US-amerikanische Geriater versuchten anhand der Post-hoc-Analyse von randomisiert und doppelblind erhobenen Studiendaten die optimale Dosierung des Antidementivums herauszufinden. Wie werden die kognitiven Funktionen in Abhängigkeit vom Schweregrad der Demenzerkrankung beeinflusst?

Wirksamkeit und Sicherheit von 16 bzw. 24 mg/d Galantamin wurden bei 838 Teilnehmern einer fünfmonatigen plazebokontrollierten Doppelblindstudie ausgewertet. Die Patienten litten unter einer leichten oder mittelschwerer DAT (Mini Mental State Test; : >18 bzw. 10–18 Punkte).

Die Durchschnittswerte der Alzheimer’s Disease Assessment Scale - cognitive subscale (ADAS-cog) zeigten bei den Patienten mit leichter DAT für 16 und für 24 mg/d Ga­­-lantamin jeweils eine signifikante Besserung gegenüber dem Ausgangszustand (p < 0,001), während sich die kognitive Funktion unter Plazebo nicht signifikant veränderte. Patienten mit mittelschwerer DAT verbesserten sich unter Galantamin 24 mg/d ebenfalls signifikant (p = 0,009), der Unterschied unter 16 mg/d verfehlte aber die Signifikanz (p = 0,768); unter Plazebo verschlechterte sich die Kognition (p < 0,001).

Ein jeweils größerer Anteil der leichter und mittelschwer betroffenen Patienten erreichte unter beiden Tagesdosen eine Response (Verbesserung/Erhalt des kognitiven Status): 76 bzw. 52% unter 16 mg/d und 69 bzw. 61% unter 24 mg/d (Plazebo: 55% bzw. 28%; p < 0,05). Galantamin wurden in allen Studiengruppen vergleichbar gut vertragen.

Mit aller Vorsicht kann aus diesen Studienresultaten geschlossen werden, dass für Patienten mit leichter DAT 16 mg/d die optimale Dosis darstellen, während Patienten mit einer mittelschweren DAT von der höheren Dosierung tendenziell mit einem Zusatznutzen profitieren. JL

Quelle: Aronson, S: Optimal dosing of galantamine in patients with mild or moderate Alzheimer’s disease: post hoc analysis of a randomized, double-blind, placebo-controlled trial, Zeitschrift: DRUGS AND AGING, Ausgabe 26 (2009), Seiten: doi: 10.2165/00002512-200926030-00004

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