Metaanalyse zum COMT-Polymorphismus | Neuro-Depesche 1/2016

Val158Met-SNP und Antipsychotika-Response

Dass ein relativ häufiger Singel nucleotid Polymorphismus (SNP) der Catechol-O-Methyltransferase (COMT) beeinflusst, wie gut Patienten mit einer Schizophrenie auf Antipsychotika ansprechen, legt eine Metaanalyse zu Patienten mit Val158Met-Variartion nahe.

Der COMT-Val158Met-SNP (rs4680) reduziert die Enzymaktivität der COMT und erhöht damit die Dopamin-Konzentrationen im Präfrontalkortex, wirkt also den Antipsychotika-Effekten generell entgegen. Die Recherche ergab zehn metaanalytisch auswertbare 23 Studien; fünf zusätzliche Antipsychotika- behandelte Kollektive mit Val158Met- Testung wurden einbezogen (n = 1416). Ein Ansprechen war durch die jeweilis verwendete Skala, ggf. durch die geschätzte Reduktion der PANSS-Scores um mind. 30% definiert.
Die Patienten mit Met/Met-Variante hatten eine signifikant um 37% höhere Wahrscheinlichkeit, auf die Antipsychotika anzusprechen als jene mit dem Val158Met-SNP (Odds Ratio: 1,37, 95%-KI: 1,02–1,85; p = 0,039). Zudem erreichten sie im Gruppendurchschnitt eine signikant stärkere Reduktion der Positivsymptomatik (p = 0,030, SMD: 0,24; 95%-KI: 0,024–0,46).
In der post-hoc-Analyse der 1207 Atypika behandelten Patienten war die Response-Wahrscheinlichkeit versus die SNP-Träger sogar um 54% erhöht (OR: 1,54, 95%-KI: 1,11–2,14; p = 0,0098), während sich bei den 155 mit Typika behandelten Patienten kein signifikanter Unterschied im Ansprechen fand (p = 0,65). Das sollte u. a. in Studien zukünftig beachtet werden. JL

Quelle:

Huang E et al.: Catechol-O-methyltransferase Val158Met polymorphism and clinical response to antipsychotic treatment in schizophrenia and schizoaffective disorder patients: a meta-analysis. Int J Neuropsychopharmacol 2016; pii: pyv132. [Epub 8. Jan.; doi: 10.1093/ijnp/pyv132]

ICD-Codes: F20

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