Analgesie mit NSAR | Neuro-Depesche 12/2013

Unterschiedliche Risiken

Nichtsteroidale Antirheumatika sind die am häufigsten verwendete Analgetika. Doch nicht nur der Magen kann in Mitleidenschaft gezogen werden; es gibt auch kardiovaskuläre Risiken.

Inzwischen hat sich so viel Literatur über plazebokontrollierte Studien mit diversen NSAR angesammelt, dass eine britische Arbeitsgruppe sich von einer Metaanalyse detaillierten Aufschluss über die Risikoprofile einzelner Substanzen erwartete.

Aus 280 NSAR-Studien mit 124 513 Teilnehmer ergaben sich 68 342 Personenjahre. Beurteilungskriterien waren Herzinfarkt, Schlaganfall, vaskulär bedingter Tod, Herzinsuffizienz und Magenkomplikationen (Perforation, Obstruktion, Blutung).

Gefäßkomplikationen (meist der Koronarien) waren unter COXiben und Diclofenac um ca. ein Drittel erhöht; auch vaskuläre Todesfälle waren signifikant häufiger. Ibuprofen vermehrte Koronarprobleme ebenfalls erheblich. Naproxen dagegen steigerte das vaskuläre Risiko nicht signifikant. Das Herzinsuffizienz-Risiko wurde durch alle NSAR etwa verdoppelt. Magenprobleme traten ebefalls unter alten und neuen NSAR auf.

Die Autoren sehen in der Quantifizierung der Risiken einen praktischen Nutzen. Es lässt sich kaum ganz auf NSAR verzichten, aber es lässt sich ein Wirkstoff wählen, der mit den vorbestehenden Risiken des einzelnen Patienten em ehesten vereinbar ist. WE


Quelle: Coxib and traditional NSAID Trialists' (CNT) Collaboration,: Vascular and upper gastrointestinal effects of non-steroidal anti-inflammatory drugs: meta-analyses of individual participant data from randomised trials., Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe (2013), Seiten: 769-779

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