Verlangen und sexuelle Aktivität

Neuro-Depesche 1/2008

Unterschiede zwischen Frau und Mann?

An der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Mainz befassten sich Forscher mit Veränderungen des sexuellen Verlangens von Frauen und Männern und ihrer sexuellen Aktivität über die volle Lebensspanne. Etliche Geschlechterklischees wurden bestätigt.

Die repräsentative Stichprobe umfasste 2341 Männern und Frauen im Alter zwischen 18 und 93 Jahren. Die Befragung ergab – nicht unerwartet – eine Abnahme des sexuellen Verlangens mit zunehmendem Alter. Bei den Frauen setzte diese Entwicklung aber früher ein als bei den Männern. Über die gesamte Lebensspanne zeigten zudem die Männer ein häufigeres und ein stärkeres Verlangen als die Frauen.

Ob eine sexuelle Aktivität bestand, war für beide Geschlechter in erster Linie von der Existenz einer Partnerbeziehung abhängig. Für ein reduziertes Verlangen konnten unter den sozialen und Persönlichkeits-Variablen einige Risikomerkmale bestimmt werden: Während es bei den Männern in erster Linie Arbeitslosigkeit und ein niedriges Einkommen waren, die die Lust beeinträchtigten, war dies bei den Frauen für sexuelle Traumata wie Missbrauch als Kind oder Vergewaltigung der Fall. (JL)

Quelle: Beutel, ME: Sexual desire and sexual activity of men and women across their lifespans: results from a representative German community survey, Zeitschrift: BJU INTERNATIONAL, Ausgabe 101 (2008), Seiten: 76-82
Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x