Klinisch isoliertes Syndrom (CIS)

Neuro-Depesche 12/2008

Switch in die klinisch sichere MS verhindert

Auf dem 81. Kongress der DGN wurden die vor kurzem auf dem AAN-Kongress veröffentlichten Daten der Studie Phase III Randomized Evaluation of Convection Enhanced Delivery of IL 13-PE38QQR with Survival Endpoint (PRECISE) vorgestellt. In der multinationalen Untersuchung wurde geprüft, inwieweit sich die Konversion eines klinisch isolierten Syndroms (CIS) in eine manifeste MS verhindern lässt.

Die 481 Patienten mit CIS wurden zur doppelblinden Gabe von 20 mg/d Glatirameracetat oder aber Plazebo randomisiert. Der primäre Studienendpunkt war die Zeit bis zum zweiten Schub, also der Übergang in eine klinisch gesicherte MS (CDMS).

„Bereits bei der ersten Zwischenanalyse“, so Prof. Dr. Ralf Gold, Bochum, „empfahl das Data Safety and Monitoring Board, dem ich selbst angehören durfte, die Studie vorzeitig zu entblinden, um den Patienten der Plazebogruppe eine aktive Behandlung mit Glatirameracetat zu ermöglichen.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte sich nämlich bei 42,9% der Patienten unter Plazebo eine CDMS entwickelt, jedoch nur bei 24,7% unter Glatirameracetat. „Dies entspricht einer Risikoreduktion von der CIS auf eine CDMS zu switchen um rund 45%“, so der MS-Experte.

PD Dr. Andrew Chan, Bochum, stellte neue Head-to-head-Vergleiche zwischen verschiedenen Interferon-beta-Präparaten und Glatirameracetat vor. „Beide Substanzklassen modulieren die Immunreaktion, aber auf verschiedene Weise“, sagte er. Dennoch ergibt der direkte Vergleich eine nahezu identische Wirksamkeit. So zeigte sich etwa in der Studie Rebif versus Glatiramer Acetate in Relapsing MS Disease (REGARD), in der IFNβ-1a (s.c) mit Glatirameracetat verglichen wurde, nach 96 Wochen „keine signifikanten Unterschiede in der Zeit bis zum nächsten Schub und in der Schubrate.“

Chan verspricht sich für die Zukunft von einer besseren Subtypisierung der Patienten eine zielgerichtetere Therapie mit den jeweiligen MS-Präparaten. rf

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