Infektiöse Beteiligung vermutet | Neuro-Depesche 10/2002

Schubprophylaxe mit Virustatikum möglich?

Virusinfektionen könnten bei der Auslösung von MS-Schüben eine Rolle spielen. Vor allem das Epstein-Barr-Virus (EBV) und das Herpes-Virus Typ 6 (HHV-6) kämen dafür in Frage. Kann - dieser Hypothese folgend - vielleicht eine Prophylaxe mit einem Virustatikum das Auftreten von MS-Schüben verringern?

Einbezogen in die Phase-II-Studie wurden 70 Patienten mit schubförmiger MS und EDSS-Werten zwischen 0 und 5,5, die in den vergangenen zwei Jahren mindestens zwei akute Schübe erlitten hatten. Sie erhielten über 24 Wochen randomisiert entweder dreimal wöchentlich 1 g Valaciclovir oder Plazebo. Als primäres Zielkriterium wurde das Auftreten neuer Läsionen in der MRT festgelegt. Unter der antiviralen Therapie traten im Durchschnitt 11,9 (± 17,6) neue Läsionen auf, unter Plazebo 14,5 (± 21,4); der Unterschied ist nicht signifikant. In der Subgruppe von Patienten mit hoher Krankheitsaktivität zu Studienbeginn (n = 17) traten mit durchschnittlich 2,0 vs. 6,5 Herden unter Verum jedoch deutlich weniger neue Läsionen pro MRT-Scan auf als unter Plazebo (n = 11).

Quelle: Bech, E: A randomized, double-blind, placebo-controlled MRI study of antiherpes virus therapy in MS, Zeitschrift: NEUROLOGY, Ausgabe 58 (2002), Seiten: 31-36

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