Steroide bei tuberkulöser Meningitis? | Neuro-Depesche 10/2002

Schnellere Normalisierung der Protein- und Glukose-Konzentrationen im Liquor

Über Sinn oder Unsinn von Steroiden bei tuberkulöser Meningitis (TBM) ist viel diskutiert worden. In einer randomisierten kontrollierten Studie ergaben sich interessante Steroid-Effekte auf die Liquorparameter.

In die Studie wurden 131 Kinder mit TBM eingeschlossen, 68 befanden sich im Stadium II, 63 im Stadium III der Erkrankung. Die antituberkulöse Therapie bestand bei allen Kindern aus Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethionamid. Ein Subgruppe von 65 Probanden erhielt zusätzlich Prednison (2 mg/kg KG/d: n = 13; 4mg/kg KG/d: n = 52). Die Zahlen polymorphkerniger Leukozyten und Lymphozyten in den wöchentlichen Liquorproben unterschieden sich zwischen den zwei Gruppen zu keinem Zeitpunkt. In der Steroid-Gruppe wurde jedoch nach einem Monat eine signifikant niedrigere Protein-Konzentration festgestellt. Auffallend war zudem, dass die Liquor-Glukose-Konzentration in der Behandlungsgruppe stabiler und schneller in Richtung Normalwert anstieg als bei den unbehandelten Probanden. Die Effekte waren von der Steroid-Dosis unabhängig.

Quelle: Schoeman, JF: The effect of adjuvant steroid treatment on serial cerebrospinal fluid changes in tuberculous meningitis, Zeitschrift: ANNALS OF TROPICAL PAEDIATRICS, Ausgabe 21 (2001), Seiten: 299-305

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