Non-ergoliner Dopaminagonist

Neuro-Depesche 1/2006

Ropinirol bessert auch den Schlaf

Mit dem non-ergolinen Dopaminagonisten Ropinirol werden bei Patienten mit Restless Legs Syndrom (RLS) nicht nur die Missempfindungen in den Beinen gelindert, auch Schlafqualität und -quantität nehmen deutlich zu. Dies wurde anhand der Daten eines umfangreichen Studienprogramms jüngst auf dem 1st Congress of the World Association of Sleep Medicine (WASM) in Berlin durch RLS-Experten bestätigt. Ropinirol wird vermutlich der erste Dopaminagonist sein, der in dieser Indikation eine Zulassung erhält.

Schlafstörungen und die damit häufig verbundene Tagesmüdigkeit werden von RLS-Patienten oft belastender empfunden als die eigentlichen RLS-Symptome. Typisch sind eine verlängerte Einschlaflatenz sowie vermehrte Aufwachepisoden bzw. Arousals im Zusammenhang mit häufig bestehenden periodischen Beinbewegungen im Schlaf (PLMS). Alle zusätzlichen negativen Langzeitfolgen des RLS wie Depressivität, Tagesmüdigkeit, kognitive Einschränkungen und verminderte Lebensqualität sind offenbar gerade mit den Schlafstörungen eng korreliert. Ropinirol hat sich bereits in einem klinischen Studienprogramm mit mehr als 600 Patienten in der Behandlung des RLS bewährt, berichtete Professor Dr. Claudia Trenkwalder, Kassel. Neben dem Rückgang der eigentlichen RLS-Symptomatik konnte dabei auch eine deutliche Besserung der subjektiven Schlafqualität, der Schlafarchitektur und der Schlafquantität dokumentiert werden. Während Levodopa als das derzeit einzige zur Behandlung des RLS zugelassene Medikament bei vielen Patienten zur zeitlichen oder örtlichen Ausweitung der Beschwerden führt, ist diese als Augmentation bezeichnete Komplikation bei Anwendung des Dopaminagonisten Ropinirol nicht oder nicht in nennenswerter Häufigkeit zu befürchten. Ropinirol wird seit langen Jahren erfolgreich in der Therapie des idiopathischen Parkinson-Syndroms eingesetzt. Seine Zulassung für die Indikation mittelschweres und schweres RLS wird für Anfang 2006 erwartet. (MW)

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