Komorbidität | Neuro-Depesche 5-6/2017

RLS-Prävalenz bei SKS-Patienten

Zertifizierte Fortbildung

Eine populationsbasierte Studie zeigt für Patienten mit Spannungskopfschmerz (SKS) eine hohe RLS-Prävalenz. Offenbar spielt für diesen Zusammenhang, der mit der Schwere des Kopfschmerzes zunimmt, die Komorbidität an Angst und Depression eine Rolle.

Aus der koreanischen Kopfschmerz-Schlaf- Studie konnten 2695 Teilnehmer (36,3%) ausgewertet werden. Bei 570 (21,2%) wurde ein Spannungskopfschmerz (SKS) diagnostiziert, darunter bei 14 (2,5%) ein chronischer SKS. 113 erfüllten zusätzlich die Kriterien für eine wahrscheinliche Migräne (wM). Von den 570 SKS-Patienten wiesen deutlich mehr ein RLS auf als bei jenen ohne Kopfschmerzen (6,0% vs. 3,6%, p = 0,018).
Von den 113 Teilnehmern mit SKS plus wM erfüllten sogar 8,0% die RLS-Kriterien – wenngleich der Unterschied nicht signifikant war. Mit Zunahme der Kopfschmerzhäufigkeit fand sich eine erhöhte, aber nicht signifikante RLS-Prävalenz: 1–10 Tage bzw. > 10 Tage vs. < 1 Tag pro Monat (5,9% bzw. 13,6% vs. 5,5%).
Interessanterweise fand sich eine signifikant höhere RLS-Rate bei den SKS-Patienten mit Angst bzw. Depression im Vergleich zu solchen ohne diese Komorbiditäten (13,0% vs. 5,2%, p = 0,022 bzw. 20,8% vs. 5,3%, p = 0,002). Umgekehrt betrachtet hatten SKS-Patienten mit RLS eine deutlich höhere Prävalenz von Angst und Depression als jene ohne RLS (20,6% vs. 8,8%, p = 0,022 bzw. 14,7% vs. 3,5%, p = 0,002). Sie gaben darüberhinaus auf einer visuellen Analogskala (VAS0-10) auch eine signifikant höhere Kopfschmerz-Intensität an als die SKS-Patienten ohne ein RLS (5,1 vs. 4,3, p = 0,038).
In den univariaten und multivariaten Analysen erwiesen sich eine Verstärkung der Kopfschmerzen durch Bewegung und eine komorbide Angst als signifikante und unabhängige Prädiktoren für ein RLS. GS


Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer CME-Fortbildung.

Kommentar

Bei SKS-Patienten besteht eine signifikant höhere RLS-Prävalenz. Die doppelt Betroffenen leiden unter stärkeren SKS-Schmerzen sowie vermehrt unter Angst und Depression. Die Beachtung dieser Zusammenhänge könnte zu einer früheren Identifizierung der Gefährdeten beitragen, damit die Belastungen der Patienten verringern und das Patientenmanagement insgesamt verbessern.

Quelle:

Chung PM et al.: Restless legs syndrome and tension- type headache: a population-based study. J Headache Pain 2017; 18: 47

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