Anopheles-Mücken im Gepäck | Neuro-Depesche 10/2002

Rätsel um Fieber nach Hirninfarkt

Eine 67-jährige Frau wurde mit einem lakunaren Hirninfarkt stationär aufgenommen. Die Patientin wurde eine Woche später nach Hause entlassen. In der folgenden Woche setzte plötzlich hohes Fieber ein und zwei Tage später musste die Frau erneut stationär aufgenommen werden.

Der Zustand der Patientin verschlechtere sich im Laufe der nächsten Tage dramatisch, so dass eine Sepsis mit nachfolgender disseminierter intravaskulärer Gerinnung mit begleitender Hämolyse vermutet wurde. Im weiteren Verlauf kam es zu Nierenversagen; die Patientin musste intubiert und beatmet werden. Am neunten Tag wurde im Blutausstrich die Diagnose eine Malaria falciparum gestellt und eine Therapie mit Mefloquin, Quinin und Doxocyclin eingeleitet. Die Behandlung war rasch erfolgreich. Bei der Suche nach dem Schuldigen fand man heraus, dass sich im Gepäck eines erkrankten Kenia-Touristen wohl Anopheles-Mücken befunden hatten. Dieser hatte die unerwünschten Gäste anscheinend in die Klink eingeschleppt, in der sich auch die Patientin zur Behandlung ihres Hirninfarktes aufgehalten hatte.

Quelle: Praetorius, F: Acute renal failure after an unusual mode of infection with falciparum malaria ("baggage malaria"), Zeitschrift: NEPHROLOGY, DIALYSIS, TRANSPLANTATION, Ausgabe 16 (2001), Seiten: 628-630

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