"Home of the Brave" | Neuro-Depesche 3/2004

Panikattacken nehmen dramatisch zu

Ein Epidemiologe der Columbia University untersuchte Veränderungen der Prävalenz von Panikattacken in der erwachsenen Bevölkerung der USA während der vergangenen zwei Jahrzehnte. Es ergaben sich alarmierende Zahlen.

Die Datengrundlage lieferten eine populationsbezogene repräsentative Stichprobe von 20 291 über Achtzehnjährigen im Jahr 1980 (ECA-Studie) sowie landesweite Befragungsergebnisse von 3.032 Personen (25 bis 74 Jahre) im Jahre 1995 (MIDUS-Studie). Alle Teilnehmer hatten die Frage beantwortet: "Haben Sie jemals in Ihrem Leben einen Anfall oder eine Attacke erlebt, in der Sie sich in Situationen, die für die meisten Menschen unproblematisch sind, urplötzlich erschreckt, ängstlich oder sehr beunruhigt gefühlt haben? Die Analyse zeigte einen hochsignifikanten Unterschied: 1980 betrug die Prävalenz derart definierter symptomatischer Panikattacken 5,3%, im Jahr 1995 12,7%. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit der Zunahme psychischer Störungen und des Neurotizismus in der US-Bevölkerung, die in anderen Studien festgestellt wurden. Allerdings könnte zu dem Phänomen auch ein erhöhtes öffentliches Bewusstsein für psychiatrische Symptome und psychische Störungen nicht unerheblich beigetragen haben.

Quelle: Goodwin, RD: The prevalence of panic attacks in the United States: 1980 to 1995, Zeitschrift: JOURNAL OF CLINICAL EPIDEMIOLOGY, Ausgabe 56 (2003), Seiten: 914-916

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