Myokard | Neuro-Depesche 4/2001

Orthostatische Hypotonie durch sympathische kardiale Denervierung

Orthostatischer Blutdruckabfall bei Parkinson-Syndromen kann durch die L-Dopa-Medikation oder durch sympathische neurozirkulatorische Insuffizienz verursacht werden. Die Ergebnisse einer Studie haben nun gezeigt, dass in beiden Fällen eine kardiale sympathische Denervierung vorliegt. Dies legt nahe, dass die katecholaminerge Innervation im nigrostrialen System und im sympathischen Nervensystem des Myokards bei Parkinson-Syndromen verloren gehen kann.

Mit dem Begriff \82sympathische neurozirkulatorische Insuffizienz' wird ein defizienter kardiovaskulärer Reflex bezeichnet, der vom Neurotransmitter Norepinephrin in Herzmuskel und Blutgefäßen abhängig ist. Um die Häufigkeit der kardialen sympathischen Denervierung bei Parkinson-Syndromen mit oder ohne sympathischer neurozirkulatorischer Insuffizienz und seine Beziehung zu Dauer und Schwere der Erkrankung sowie zur L-Dopa-Behandlung zu erfassen, wurden 29 Patienten mit Parkinson-Syndromen (neun mit sympathischer neurozirkulatorischer Insuffizienz und zehn mit ausgesetzter oder noch nicht eingeleiteter L-Dopa-Therapie), 24 Patienten mit Multisystematrophie (17 mit sympathischer neurozirkulatorischer Insuffizienz und acht mit laufender L-Dopa-Therapie), sieben Patienten mit rein autonomer Insuffizienz, 33 Kontrollpersonen mit episodisch auftretender oder persistierender orthostatischer Hypotonie sowie 19 gesunde Probanden, in einer Studie rekrutiert. Gemessen wurden die Herzfunktion mit dem Pressdruckversuch nach Valsalva, die myokardiale Konzentration der Radioaktivität nach Injektion von 6-[18F] Fluorodopamin als Maß für die kardiale sympathische Denervierung, die kardiale Auswurffraktion von [3H]Norepinephrin und die Differenz von Dihydroxyphenylglykol (DHPG) im venösen und arteriellen Blut als neurochemische Tests, Norepinephrin-Konzentrationen im Plasma des Blutes aus dem Koronarsinus als Maß für die kardiale Norepinephrin-Ausschüttung sowie der L-Dopa-Spiegel. Die 29 Patienten mit Parkinson-Syndromen, die neun mit sympathischer neurozirkulatorischer Insuffizienz und elf ohne diese Symptomatik wiesen niedrige septale Radioaktivität auf. Sechs Patienten mit Parkinson-Syndrom und niedriger Radioaktivität zeigten eine reduzierte kardiale Auswurffraktion und faktisch keine kardiale Norepinephrin-Ausschüttung. DHPG im Plasma des venösen und arteriellen Blutes war bei ihnen nicht angestiegen. Die sympathische neurozirkulatorische Insuffizienz und die Abnahme der Radioaktivität waren ohne Bezug zu Dauer oder Schwere der Erkrankung oder zur L-Dopa-Therapie.

Quelle: Goldstein, DS: Cardiac sympathetic denervation in Parkinson diasease, Zeitschrift: ANNALS OF INTERNAL MEDICINE, Ausgabe 133 (2000), Seiten: 338-347

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