Therapie der Depression | Neuro-Depesche 7/2011

Oft ein Fall für zwei (Ärzte)?

Bei rechtzeitiger Diagnose und effektiver Behandlung der Depression lässt sich oft die erwünschte Remission erreichen. Dies ist häufig „eine Mission für Zwei“, d.h. Hausarzt und Psychiater sollten gut zusammenarbeiten. Für die medikamentöse Behandlung zeigen aktuelle Analysen gepoolter Studiendaten eine umfassende Wirkung und gute Remissionschancen mit dem dual serotonerg und noradrenerg wirkenden Duloxetin.

Die Hausärztin Dr. Petra Lenzen, Aßlar, weiß aus Erfahrung, dass depressive Patienten häufig nicht wegen psychischer Symptome zu ihr kommen, sondern meist aufgrund von diffusen Schmerzen oder Schlafstörungen. Es ist oft Detektivarbeit nötig, um hinter solchen körperlichen Beschwerden die zugrundeliegende Depression zu erkennen. Gegebenenfalls hilfreich ist dabei die Zusammenarbeit mit einem in der Nähe niedergelassenen Psychiater.

Zur Erkennung einer Depression empfiehlt der Neurologe und Psychiater Dr. Michael Lorrain, Düsseldorf, seinen hausärztlichen Kollegen, folgende einfache Fragen zu stellen:
❙ Wann haben Sie zuletzt gelacht?
❙ Haben Sie Schlafstörungen?
❙ Haben Sie unerklärbare Symptome oder Schmerzen?

Gerade körperliche Symptome sollten als integrale Bestandteile einer Depression ernstgenommen werden. Daher ist es sinnvoll, ein Antidepressivum wie Duloxetin einzusetzen, dessen serotonerger und noradrenerger Wirkmechanismus ein breites Spektrum an Symptomen abdeckt. So zeigt Duloxetin eine gute Wirkung sowohl auf die psychischen Symptome als auch auf die körperlichen Beschwerden im Rahmen der Depression.

Die Auswertung gepoolter Daten aus sechs Vergleichsstudien mit SSRI ergab zudem, dass nach achtwöchiger Therapie mit Duloxetin bei 40,3% der depressiven Patienten eine Remission (HAM-D17 ≤ 7) erreicht werden konnte vs. 38,3% unter den SSRI. Bei den schwer Depressiven (HAM-D17 ≥ 19) war der Unterschied mit 35,9 vs. 28,6% noch größer und fiel auch signifikant aus (p = 0,046). RF

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