| Neuro-Depesche 1/2002

Minussymptomatik nach Heroinkonsum gebessert

Aus einer Behandlungseinheit des Alkohol- und Drogenmissbrauchs werden Berichte zu Wirkung von Drogen auf die schizophrene Symptomatik wiedergegeben.

Ein Patient gab an, dass Alkohol und Benzodiazepine die psychotische Symptomatik dämpfen. Von mehreren Patienten mit gelegentlichem oder häufigem Gebrauch von Heroin wurde in Erfahrung gebracht, dass eine euphorisierende Wirkung eintrat. Heroin scheint Minussymptomatik wie Apathie, Anhedonie und sozialen Rückzug deutlich zu bessern. Zwei Patienten mit langfristiger Methadon-Behandlung gaben auf therapeutische Dosen (50 bis 80 mg/d) Teilremissionen der Minussymptomatik an. In einem Teil schienen höhere Dosen von Methadon (100 mg/d) die akute Verschlechterung der psychotischen Symptomatik zu beherrschen. Zwei Patienten gaben nach Heroinkonsum Besserungen von Plussymptomatik wie Beziehungsideen und akustischen Halluzinationen an, die denen durch Neuroleptika, allerdings ohne begleitende Verschlechterung der Minussymptomatik, gleichkamen. Heroin und verwandte Opioide wirken auf dopaminerge Verbindungen, von denen eine Beteiligung an der Pathogenese schizophrener Symptomatik angenommen wird. Opiate aktivieren dopaminerge Neurone in mesolimbischen Schaltkreisen.


Quelle: Miotto, P: Heroin ans schizophrenia: subjective response to abused drugs in dually diagnosed patients, Zeitschrift: JOURNAL OF CLINICAL PSYCHOPHARMACOLOGY, Ausgabe 21 (2001), Seiten: 111-113

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