| Neuro-Depesche 5/2002

Keine Schmerzlinderung durch spirituelles Heilen

Geistheilung als Disziplin der Alternativmedizin wird in Patientenkreisen immer beliebter. Die Heiler dienen nach eigener Anschauung dabei als Kanal, durch den eine bisher unidentifizierte Energie aus einer ebenso unbekannten Quelle in den Patienten fließt und dessen Selbstheilungskräfte anregen soll. Bisher fehlte es an wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit der Methode.

Die Mehrzahl der 120 Probanden litt bereits seit knapp zehn Jahren an Neuralgien und Schmerzen aufgrund degenerativer Veränderungen (meist im unteren Rücken) und wurden mit leichten Opiaten behandelt. Die Autoren bildeten zwei Gruppen zu 50 bzw. 55 Probanden. Aus Gruppe I hatten 25 Personen Sitzungen bei einem echten Geistheiler, 25 bei einem simulierten. Aus Gruppe II erhielten 28 Fernheilung durch einen echten Geistheiler, 27 keine Therapie. Die meisten standen der Geistheilung indifferent gegenüber. Nach Ratingskalen wie dem MPQ und anderen erwies sich das Geistheilen gegenüber einer simulierten Fernheilung oder keinem Behandlungsversuch definitv als nicht überlegen. Immerhin gaben zwei- bis dreimal so viele Teilnehmer der Gruppe I an, während der Sitzung "außergewöhnliche Erfahrungen" gemacht zu haben. Möglicherweise ruft also die heilungsintendierte Interaktion zwischen Heiler und Patient doch eine Wirkung hervor.

Quelle: Abbot, NC: Spiritual healing as a therapy for chronic pain: a randomized, clinical trial, Zeitschrift: PAIN, Ausgabe 91 (2001), Seiten: 79-89

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