Daten aus 21 Länder auf fünf Kontinenten | Neuro-Depesche 9/2019

In armen Ländern wird anders gestorben

In der 2015 gestarteten bevölkerungsbasierten Kohortenstudie Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) wurde die Mortalität der 35- bis 70-Jährigen in 21 Ländern mit ho- hem (HIC), mittlerem (MIC) und niedrigem Einkommen (LIC) verglichen.
Über median 9,5 Jahre starben 11.307 der 162.534 Teilnehmer (7,0 %), u. a. 9.329 (5,7 %) an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 5.151 (3,2 %) an Krebs, 4.386 (2,7 %) an Verletzungen und 2.911 (1,8 %) an Lungenentzündungen.
Besonders ausgeprägt waren die Arm- Reich-Unterschiede bei den kardiovaskul ren Krankheiten mit 7,1 (LIC’s), 6,8 (MIC’s) und 4,3 (HIC’s) Fällen pro 1.000 PJ. Entsprechende Krankenhaus-Ersteinweisungen und die Einnahme von Herz-Kreislauf-Medikamenten waren in LIC’s am niedrigsten und in HIC’s am höchsten. Somit scheint die hohe Sterblichkeit in ärmeren Ländern nicht auf den – in den LIC’s selteneren – Ri- sikofaktoren zu beruhen, sondern auf einem schlechten Zugang zur medizinischen Versorgung (der ja nicht zuletzt auch die höhere Kindersterblichkeit beein usst). JL
Quelle: Dagenais GR et al.: Variations in common diseases, hospital admissions, and deaths in middle-aged adults in 21 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study. Lancet 2019 (Epub 3. Sept; doi.org/10.1016/S0140-6736(19)32007-0]

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