Früh und individuell behandeln

Neuro-Depesche 9/2011

IFNβ-1a (s.c.) auch bei CIS dosisabhängig wirksam

Beim diesjährigen Kongress der American Academy of Neurology (AAN) in Honolulu/Hawaii wurden wichtige neue Befunde zur Therapie mit IFNβ-1a (s.c.) vorgestellt. Die REFLEX-Studie zeigt, dass auch Patienten mit einem klinisch isolierten Syndrom (Clinically isolated Syndrome, CIS) von der hochdosierten, hochfrequenten Basistherapie profitieren.

Treten bei einem Patienten CIS-Symp­tome wie Sehstörungen, Parästhesien, Paresen etc. auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Betreffende im Lauf der Zeit eine klinisch sichere MS entwickeln wird, berichtete Prof. Dr. med. Thomas Müller, Berlin-Weißensee. Da die Krankheitsprozesse auch schon in frühen Stadien zu irreversiblen Axonverlusten führen, ist „sofort eine immunmodulierende Therapie zu beginnen“, betonte der Experte in Berlin. Sie kann den Zeitraum bis zum Auftreten einer erneuten Krankheitsaktivität und damit einer MS-Diagnose signifikant verlänern.

Dies belegt jetzt auch die randomisierte, plazebokontrollierte Doppelblindstudie REFLEX: Unter 1 x bzw. 3 x wöchentlich 44 µg Rebif Neue Formulierung wurde die Zeit bis zu einer Konversion zu einer MS entsprechend den McDonald-Kriterien vs. Plazebo um 31% bzw. 51% und bis zur Diagnose einer klinisch sicheren MS um 47% bzw. 52% jeweils signifikant reduziert.

Dabei wurden zum ersten Mal auch bei CIS-Patienten signifikante Dosiseffekte nachgewiesen: Beide Regime waren wirksam, doch die hochfrequente, Therapie mit IFNβ-1a (s.c.) war der einmal wöchentlichen Gabe überlegen, sowohl im Konversionsrisiko zu einer McDonald-basierten MS (-29%) als auch in den MRT-basierten Endpunkten. So wurde die kumulative Zahl aktiver MS-Läsionen mit 63 vs. 81% signifikant stärker verringert . „Der frühe Einstieg mit einer wirksamen Therapie“, so Müller’s Credo in Berlin, „ist entscheidend für den nachhaltigen Therapieerfolg.“

Die Langzeitwirksamkeit der kontinuierlichen Therapie mit 44 µg IFNβ-1a (s.c.) belegt im Übrigen auch eine Nachuntersuchung der PRISMS-Studie. Über acht Jahre profitierten die Patienten bezüglich Läsionslast, Schubrate und EDSS-Progression von einem besseren Verlauf auf als jene, die anfänglich Plazebo oder 22 µg IFNβ-1a (s.c.) erhalten oder die Therapie unterbrochen hatten.

„Es ist wichtig, individuell auf die Bedürfnisse des Patienten einzugehen“, sagte Müller im Hinblick auf die langfristige Adhärenz und Prognose der Patienten. Nur für IFNβ-1a (s.c.) liegen zwei Wirkstärken und eine Startpackung für den Therapieeinstieg vor. Zusammen mit den einfach zu handhabenden Injektoren Rebi­Smart™ und RebiDose™ sowie dem persönlichen RebiSTAR®-Betreuungsprogramm für MS-Patienten bestehen somit gute Chancen für ein individuelles, erfolgreiches Therapiemanagement. JL

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