| Neuro-Depesche 4/2002

Idiopathische generalisierte Epilepsie versus konvulsive Synkope

Die normalerweise in der Kindheit und Adoleszenz beginnenden idiopathischen generalisierten Epilepsien manifestieren sich vereinzelt erst im Erwachsenenalter.

Idiopathische Epilepsien mit Beginn im Erwachsenenalter äußern sich in generalisierten tonisch-klonischen Anfällen und treten häufig im Zusammenhang mit dem Schlaf auf. Sie können bei Frauen mit hormonellen Gegebenheiten zusammenhängen. Das EEG ist interiktal durch bilateral-synchrone Spike-wave-Entladungen bei normalem Grundrhythmus charakterisiert. Schwierigkeiten kann die Abgrenzung zur konvulsiven Synkope bereiten: Auch hier findet ein kurzer Streckkrampf, begleitet von klonischen Zuckungen statt, der jedoch nicht von Anfang an, sondern erst nach Einsetzen des Kreislaufversagens auftritt. Der Sturz ist weniger abrupt, eher ein Zusammensinken. Gesichtsblässe statt Zyanose, sehr kurze Bewusstlosigkeit, keine postiktale Phase, sondern rasche Reorientierung nach einer unkomplizierten Synkope u. a. sind weitere Unterscheidungskriterien. Als Auslöser sind z. B. starke Erregungen, Schmerzen, Hitze und Orthostase charakteristisch. Außerdem sind psychogene Anfälle durch ihre oft spektakulären, unkoordinierten Bewegungen mit unvollständigem Bewusstseinsverlust abzugrenzen.

Quelle: Weber, M: Épilepsie de l'adulte, Zeitschrift: REVUE DU PRATICIEN, Ausgabe 51 (2001), Seiten: 1139-1144

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