EEG bei schwerem MCA-Infarkt | Neuro-Depesche 5/2008

Frühe Hinweise auf malignen Verlauf?

Patienten mit ausgedehntem Infarkt im Bereich der mittleren Zerebralarterie (MCA) haben eine schlechte Prognose, wenn sich ein Hirnödem entwickelt; die Mortalität beträgt bis zu 80%. Können funktionelle Veränderungen mittels EEG noch vor den ersten klinischen Zeichen eines malignen Verlaufs erkannt werden? Dies würde die Möglichkeit für rechtzeitige Interventionen eröffnen.

Um den Nutzen von EEG-Messungen zur frühen Vorhersage des weiteren Verlaufs zu prüfen, wurden die Daten von 25 Patienten mit ausgedehntem MCA-Infarkt (über 50% des Versorgungsgebiets der A. cerebri media) retrospektiv erfasst und ausgewertet.

Bei allen Studienteilnehmern war innerhalb von 24 Stunden nach dem Infarkt zur Identifizierung fokaler wie globaler Veränderungen ein EEG abgeleitet worden. Bei zwölf der 24 Patienten entwickelte sich ein maligner Verlauf mit Hirn­­-ödem.

Die EEG-Auswertungen ergaben, dass sich ein günstiger Verlauf am besten durch die Abwesenheit von Delta-Aktivität und das Vorliegen von Theta- und schnellen Beta-Frequenzen innerhalb der Läsion vorhersagen lässt (p < 0,05). Eine diffuse generalisierte Verlangsamung unter 8 Hz (75% vs. 38%; p < 0,05) und eine langsame Delta-Aktivität in der ischämischen Hemisphäre weisen dagegen auf einen ungünstigen Verlauf hin.

Quelle: Burghaus, L: Early electronencephalography in acute ischemic stroke: prediction of a malignant course?, Zeitschrift: CLINICAL NEUROLOGY AND NEUROSURGERY, Ausgabe 109 (2007), Seiten: 45-49

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