Therapie-Optionen | Neuro-Depesche 4/2019

Ein Jahr Cariprazin

Seit einem Jahr auf dem Markt hat sich das atypische Antipsychotikum Cariprazin (Reagila®, Recordati Pharma) für die Therapie Erwachsener mit Schizophrenie als eine vorteilhafte Behandlungsoption im Praxisalltag etabliert. Sein Rezeptorprofil unterscheidet sich deutlich von dem der übrigen Antipsychotika: Cariprazin ist ein Partialagonist/-antagonist an den Dopamin-Rezeptoren D2 und D3. Aufgrund seiner sehr hohen Affinität zum D2- Rezeptor weist Cariprazin eine gute antipsychotische Wirksamkeit auf. Darüber hinaus besitzt es unter allen Neuroleptika die höchste Affinität zum D3-Rezeptor. Präklinisch konnte gezeigt werden, dass diese D3-Rezeptor-Affinität mit einem prokognitiven Effekt auf die Negativsymptome einhergeht und kognitive Fähigkeiten, Stimmung und Motivation der Patienten bessern kann. In dem umfangreichen Studienprogramm hat Cariprazin die schizophrene Akutsymptomatik gegenüber Placebo signifikant verringert. Als einziges Atypikum war Cariprazin in einem Head-tohead- Vergleich mit Risperidon bei Patienten mit überwiegender Negativsymptomatik überlegen: Unter Cariprazin verbesserten sich sowohl die negativen Symptome (nach dem PANSS-Faktorscore PANSSFSNS) als auch das psychosoziale Funktionsniveau (nach der Skala Personal and Social Performance, PSP) signifikant stärker. Darüber hinaus wurde für Cariprazin eine deutliche rezidivprophylaktische Wirksamkeit belegt. Reagila® ist in den Dosisstärken 1,5, 3,0, 4,5 und 6,0 mg verfügbar.
ICD-Codes: F20.9

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