Obstruktive Schlafapnoe

Neuro-Depesche 11-12/2020

Diese Faktoren korrelieren mit der EDS

Welche Schlafparameter beeinflussen bei Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) die subjektive exzessive Tagesmüdigkeit (EDS) am stärksten? Dies wurde in einer Polysomnographie(PSG)-Studie der Universität Nanjing untersucht.
Von 101 Patienten mit schwerem OSAS wiesen 52 mit einem Score der Epworth Sleepiness Scale (ESS) von > 10 eine EDS auf und 49 nicht (ESS ≤ 10). Mittels Frequenzbereichsanalyse wurde die kardiale Regulation in Form der sympathisch-parasympathischen Balance anhand der Rate von Nieder- zu Hochfrequenzanteilen (LF/HF) untersucht. Erhoben wurden zudem pulsoxymetrisch die prozentuale Sauerstoffentsättigung (SpO2) pro Sek. nach Apnoe-Ereignis und die „Respiratory effort-related Arousals“ (RERA).
In der EDS-Gruppe fielen sehr viele Parameter signifikant unvorteilhafter aus, darunter der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) (69,9/h vs. 57,9/h), die RERA (42,2/h vs. 30,4/h) und die LF/HF-Rate (2,9 % vs. 2,4 %) (je p < 0,001). Die O2-Entsättigung war schwerer und dauerte länger an.
Die Regressionsanalysen ergaben nach Anpassung auf relevante Kovariablen, dass die ESS-Werte weniger mit den traditionellen PSG-Parametern (z. B. dem AHI) korreliert waren als vielmehr mit der LF/ HF-Rate (β = 0,155; p = 0,028) und vor allem mit dem O2-Entsättigungs-Index (β = 0,520; p < 0,001). HL
Kommentar
Diese Studie spricht dafür, dass die in vielerlei Hinsicht schädliche nächtliche Sauerstoffentsättigung auch die EDS von OSAS-Patienten fördert.
Quelle: Zhang S et al.: The rate of decrease in oxygen desaturation during severe obstructive sleep apnea syndrome is correlated with subjective excessive daytime sleepiness. Sleep Breath 2020 [Epub 25. Okt.; doi: 10.1007/s11325-020-02223-w]
ICD-Codes: G47.3
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