Internet-basierte Therapieunterstützung mit deprexis®24 | Neuro-Depesche 1-2/2020

„Die Kollegen würden das Programm empfehlen“

Auch auf dem Gebiet der Psychotherapie hält die Digitalisierung immer stärker Einzug. Das Online-Programm deprexis®24 ist zur Therapieunterstützung bei leichten und mittelschweren Depressionen über drei Monate indiziert und nachweislich wirksam. Wie die Anwendung funktioniert, welche Erfahrungen damit bestehen und welche neue Chancen sie für die Psychiatrie eröffnet, wurde jetzt auf einem Frühstückssymposium von Servier auf dem Kongress der DGPPN 2019 in Berlin diskutiert.
deprexis®24 basiert auf anerkannten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und wurde von Ärzten und Psychotherapeuten mitentwickelt. In dem 10 Module umfassenden interaktiven Programm ermöglicht z. B. die Cockpit-Funktion dem behandelnden Arzt bzw. Psychotherapeuten, sich die Online-Aktivitäten der Patienten anzusehen und ggf. zu intervenieren sowie die Ergebnisse der Übungen in die reguläre Face-to-Face-Psychotherapie zu integrieren.
Idealerweise sollte das (als Medizinprodukt CE-gekennzeichnete) Programm zweimal wöchentlich für jeweils mind. 30 Minuten genutzt werden. Es kann nicht nur zur Überbrückung der Wartezeiten auf einen Therapieplatz, sondern auch therapiebegleitend mit dem Vorteil der strukturierten und standardisierten Psychoedukation angewendet werden. Für Patienten, die regelmäßige Termine z. B. wegen beruflicher Verpflichtungen oder großer Entfernungen nicht wahrnehmen können, ist deprexis®24 ebenfalls eine effektive Behandlungsoption.
Für Thomas Müller, Dortmund, ist der persönliche Kontakt zwischen Patient und Arzt nach wie vor sehr wichtig. Die KV Westfalen-Lippe (KVWL) hat zu Testzwecken 350 Lizenzen von deprexis®24 erworben und an 35 Nervenärzte und Psychiater verteilt. „Hier wird ein klares Bekenntnis der Ärzte deutlich, sich mit digitalen Medien und Unterstützungsprogrammen zu beschäftigen und dort auch in besonderer Weise die Patienten einzubeziehen“, sagte Müller in Berlin. Auch die teilnehmenden psychologischen Psychotherapeuten waren von der testweisen Anwendung bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen überzeugt. Am Ende des Projekts erfolgte eine gemeinsame Evaluation. Es gab keine Abbrecher.
Das Programm kann den Arzt erheblich entlasten, Müller würde es anderen Kollegen „auf jeden Fall weiterempfehlen“. Das Programm läuft im Übrigen auf allen Computern und mobilen Endgeräten. NM
Quelle: Frühstückssymposium: „Digitalisierung: Neue Chancen für die Psychiatrie“, 29. Nov. 2019, Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) in Berlin. 
ICD-Codes: F32.9

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