Psychische Risikofaktoren

Neuro-Depesche 5/2007

Diabetes durch Angst und Depression?

Die Prävalenz von Depressionen ist bei Diabetes-Patienten etwa doppelt so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung. Um die zeitlichen Zusammenhänge zwischen Diabetes und depressiven bzw. Angststörungen zu klären, wurden nun die Longitudinaldaten der beiden groß angelegten norwegischen Studien HUNT-1 und -2 analysiert.

37 291 über 20-jährige Bewohner des Bezirks Nord-Trøndelag hatten an der ers­ten (1984-1986) und auch an der zweiten HUNT-Studie (1995-1997) teilgenommen. Zum ersten Zeitpunkt hatten 22,3% der Befragten Angst- oder Depressionssymp­tome angegeben. Von diesen entwickelten in den folgenden zehn Jahren 2,5% einen Typ-2-Diabetes – verglichen mit 1,6% der übrigen Studienteilnehmern (p < 0,001). Für einen Typ-2-Diabetes bestand eine signifikante Risikoerhöhung (Odds Ratio: 1,51) nicht aber für den Typ 1 (OR: 1,17).

Umgekehrt betrachtet bestand kein relevanter Zusammenhang: Im Zehnjahreszeitraum wurde bei den 337 initial Diabetes-Kranken (271 ohne psychische Symp­tomatik) keine Zunahme von Angst oder Depression festgestellt.

Die Relation zwischen depressiven/ Angst­­symptomen und einem anschlie­ßend auftretendem Typ-2-Diabetes blieb auch nach Kontrolle auf sozioökonomische und Lifestyle-Faktoren sowie die einzelnen Komponenten eines metabolischen Syndroms signifikant. Ursächlich kommen chronischer oder wiederkehrender Stress mit erhöhter Kortisol- und Adrenalinaktivität bzw. eine stärkeren Aktivierung der HPA-Achse in Frage.

Quelle: Engum, A: The role of depression and anxiety in onset of diabetes in a large population-based study., Zeitschrift: JOURNAL OF PSYCHOSOMATIC RESEARCH, Ausgabe 62 (2007), Seiten: 31-38
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