Akutschmerz-Therapie | Neuro-Depesche 1/2014

Bei Muskelbeteiligung hilft Flupirtin

Verursachen muskuläre Syndrome akute Schmerzen im Bewegungssys­tem, kann der selektive Kaliumkanalöffner Flupirtin rasche und anhaltende Linderung bringen.

Immer noch werden bei akuten Schmerzen verbreitet NSAR eingesetzt – auch ohne Prüfung der Ursache. Dabei sind z. B. bei Muskelschmerzen ohne entzündliche Genese weder NSAR noch Coxibe indiziert, warnte Prof. Dr. Raimund Casser, Mainz.

Da Diclofenac zudem bei längerfristiger und hochdosierter Anwendung ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko birgt, rät die EMA bei Patienten mit schweren kardiovaskulären Risikofaktoren davon ab. „Auch Opioide zeigen bei dieser Indikation kaum Wirkung und werden deshalb nicht empfohlen“, erläuterte der Schmerztherapeut. Einen hohen, von der EMA 2013 bestätigten Nutzen in der Akuttherapie muskulärer Schmerzen habe dagegen der selektive neuronale Kaliumkanalöffner Flupirtin. Sein Einsatz unterstützt das vorrangige Therapieziel, die Patienten möglichst rasch und anhaltend zu aktivieren und zu mobilisieren.

Für Flupirtin sprechen laut PD Dr. Michael A. Überall, Nürnberg, u. a. sein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis und die ausgeprägte analgetische und muskelverspannungslösende Wirkung: In der SUPREME-Studie linderte Flupirtin bei 336 Patienten mit muskulären Rückenschmerzen die Schmerzen stärker als Plazebo bei vergleichbarer Verträglichkeit. Dieses Ergebnis wurde unter der Vergleichsmedikation Tramadol retard (1 x 200 mg/d) nicht erzielt. In modifizierter Galenik bewirkt Flupirtin eine rasch einsetzende und über 24 Stunden anhaltende Schmerzlinderung – und ist gemäß PRAC-Empfehlung Substanz der Wahl bei akuten Schmerzen, wenn NSAR oder schwache Opioide kontraindiziert sind. Ay


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