Fallbericht Epilepsie | Neuro-Depesche 9/2009

Bei iktaler Asystolie Herzschrittmacher!

Iktale Asystolien stellen eine lebensbedrohliche Komplikation epileptischer Anfälle dar und sind möglicherweise nicht selten Ursache des plötzlichen unerwarteten Todes bei Epilepsiepatienten (SUDEP). In einer Kasuistik wird jetzt von der erfolgreichen Implantation eines Herzschrittmachers bei „Drop-attacks“ berichtet.

US-Neurologen schildern den Fall eines 31-jährigen Mannes, der seit 27 Jahren an therapieresistenter kryptogener partieller Epilepsie litt (Blickkrämpfe von 10 bis 30 Sekunden Dauer), zu denen sich jetzt Drop-attacks gesellten. In einem Epilepsie-Zentrum wurde festgestellt, dass die Anfälle des Patienten links frontotemporal begannen und eine Bradyarrhythmie auslösten, in deren Rahmen sich 20 Sekunden andauernde Asystolien einstellten.

Daraufhin wurde ein Herzschrittmacher implantiert und der Patient über zwei Jahre beobachtet. Es ereigneten sich zwar weiterhin einfach und komplex partielle Anfälle, plötzliche Stürze traten jedoch nicht mehr auf. Der Patient nimmt zwar während einfach partieller Anfälle gelegentlich die Aktivierung des Herzschrittmachers wahr, doch das Ausbleiben des plötzlichen Muskeltonusverlusts mindert seinen Stress und ist für ihn ein klarer Gewinn. cer

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