AHA-Leitlinie zur kardiovaskulären Prävention | Neuro-Depesche 1/2020

Aufklärung, Ernährungsumstellung, Bewegung, Raucherentwöhnung

Die neue Leitlinie des American College of Cardiology (ACC)/American Heart Association (AHA) betont erneut die hohe Relevanz von Lebensstilinterventionen zur Prävention von atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungen.
Innerhalb der Therapieschemata klassischer Naturheilverfahren aller Kulturen nehmen die Patientenedukation und Lebensstilinterventionen schon immer einen sehr hohen Stellenwert ein. Im klassischen schulmedizinischen Alltag kommt dies häufig aber zu kurz. Ärzte wie Patienten sind zeitaufwendige Gespräche nicht gewohnt, die Bürokratie lässt zudem wenig Raum dafür. Umso erfreulicher, dass die Notwendigkeit von Lebensstilinterventionen immer mehr Aufmerksamkeit und evidenzbasierte Unterstützung bekommt. So veröffentlichte die American Heart Association Ende 2019 eine neue Leitlinie zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen mit starken Empfehlungen für Bewegungs- und Ernährungstherapie für Typ-2-Diabetiker. Gewichtsverlust und Sport zeigen eine hohe Effektivität beim metabolischen Syndrom und können bei Typ-2-Diabetikern sogar zu einer Remission führen.
Allen Erwachsenen im Alter von 40 bis 75 Jahren sollte im Zehn-Jahres-Abstand eine individuelle kardiovaskuläre Risikoabschätzung zuteil werden. Wird ein Risiko festgestellt, so die Empfehlung der 2019 ACC/ AHA Guidelines on the Primary Prevention of Cardiovascular Disease", sollte vor einer pharmakologischen Therapie eine ausführliche individuelle Risikoabschätzung mit dem Patienten stehen. Dazu sollte jeder Erwachsene bei Gesundheitsvorsorgeterminen über präventive Lebensstilinterventionen informiert werden, besonders über den hohen Stellenwert eines körperlich aktiven Lebens. Auch betont die Leitlinie, dass Patienten ihren Tabakkonsum wahrheitsgemäß angeben sollten und weiter zu den Auswirkungen des Rauchens auf die kardiovaskuläre Gesundheit beraten werden sollten. Therapieangebote zur Raucherentwöhung sollten gegeben werden. Mit starker Empfehlung nennt die Leitlinie eine Kombination aus Verhaltenstherapie und Pharmakotherapie.
Quelle: Jain A et al.: JAMA clinical guidelines synopsis: Primary prevention of cardiovascular disease. JAMA November 12, 2019, Volume 322, Number 18

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