Mortalität und Todesursachen bei psychichisch Erkrankten | Neuro-Depesche 1-2/2015

Auch im Alter ist die Lebenserwartung geringer

Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen haben eine deutlich, teils um 20 Jahre reduzierte Lebenserwartung. Wie verhält es sich mit der Mortalität von psychiatrisch Erkrankten, die erstmal überlebt und ein höheres Lebensalter erreicht haben?

Die australische Kohorte umfasste 37 892 Männer, die 1996–1998 im Alter von 65–85 Jahren waren. 1,2% hatten die Diagnose Schizophrenie, 0,3% bipolare Störung, 2,5% Depression und 1,8% Alkoholerkrankung. 2010 waren 19 644 Männer (51,8%) verstorben.

Das altersdadjustierte Mortalitätsrisiko war gegenüber den Nicht-Erkankten um den Faktor 2,0, 1,5, 2,3 und 2,6 erhöht, die Lebenserwartung um durchschnitllich 2,0, 1,1, 2,8 bzw. 3,1 Jahre verringert. Häufigste Todesursachen waren kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs. Die Exzess-Mortalität war u. a. unabhängig vom Alter, klinischen Variablen und Lifestyle-Faktoren. Somit zeigt sich ein gleiches Muster wie bei jüngeren Psychiatrie-Patienten. JL

Quelle:

Almeida OP et al.: Mortality among people with severe mental disorders who reach old age: a longitudinal study of a community-representative sample of 37,892 men. PLoS One 2014; 9(10): e111882. [Epub ahead of print: 31. Okt. 2014; doi: 10.1371/journal.pone.0111882]

ICD-Codes: F99

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Ihr Zugang zu exklusiven Inhalten für Fachkreise

Login für Fachkreise

Neu registrieren

Passwort vergessen?