Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Neuro-Depesche 9/2021

Afghanische Community nicht im Stich lassen

Nachdem die Taliban nach der Flucht der westlichen Länder in Afghanistan die Macht übernommen haben, ist für die Bevölkerung, besonders für Mädchen und Frauen, das Schlimmste zu befürchten. Auch für Wissenschaftlerinnen (und Wissenschaftler) könnten schwarze Zeiten anbrechen. In Nature wurde nun dazu aufgerufen, die wissenschaftliche Community in Afghanistan nicht im Stich zu lassen.
20 Jahre lang hat die Wissenschaft in Afghanistan geblüht, so der Autor, die Studierendenzahl an den etwa drei Dutzend öffentlichen Universitäten wuchs von 8.000 im Jahr 2001 auf 170.000 im Jahr 2018 (zuletzt ein Viertel von ihnen Frauen). Jetzt sind alle erreichten Fortschritte in Gefahr. Die Taliban möchten, dass die Arbeit an den momentan geschlossenen Universitäten weitergeht, doch unter wel- chen Bedingungen („im Rahmen des Islam“) dies erfolgen soll, ist noch unklar. Ein zusätzliches Problem ist, dass die Geldmittel für viele universitäre Projekte eingefroren sind und es möglicherweise auch bleiben. Die in Forschung und Lehre Beschäftigten, so sie nicht geflohen sind, sind verängstigt und befürchten, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Ethnie, ihres Forschungsfeldes oder der Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen verfolgt zu werden. Viele bangen in der Tat um ihr Leben.
Afghanistan könnte, so der in Deutschland lebende Najibullah Kaka, für die Wissenschaft wieder zu dem schwarzen Loch werden, das es vor 2001 gewesen ist. JL
Quelle: Graham F: Daily briefing: Afghanistan‘s scientists see 20 years of gains slip away. Nature 2021 Epub 27. Aug.; doi: 10.1038/d41586-021-02368-y.
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