Neuro-Depesche 11-12/17

Motorik, NMS, NPS und MCI

Was reduziert die Lebensqualität am stärksten?

Nicht-motorische Symptome (NMS) der Parkinson-Krankheit können sich auf die Lebensqualität negativer auswirken als die motorischen Beeinträchtigungen. Jetzt wurden von Schweizer Neurologen die Korrelationen von neuropsychiatrischen Symptomen (NPS) wie Depression und Angst und einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (Mild cognitive impairment, MCI) untereinander und mit der Lebensqualität geprüft.

Unter den 53 Studienteilnehmern im Alter zwischen 46 und 84 Jahren litten 32% nach dem Beck Depression Inventory (BDI-II) unter (leichten) depressiven Symptome, 36% nach dem Beck Anxiety Inventory (BAI) unter leichten, 13% unter leichtgradigen und 4% unter schweren Angstsymptomen, 17% unter Zwangssymptomen nach dem Obsessive-Compulsive Inventory – Revised (OCI-R) und 6% unter manischen Symptomen nach dem Self- Report Manic Inventory (SRMI). Die Lebensqualität der Patienten wurde mit dem Parkinson‘ s Disease Questionnaire mit 39 Items (PDQ- 39) evaluiert. Bei 16 Parkinson-Patienten lag eine MCI vor. Kein einzelnes NPS unterschied sich zwischen MCI- und Nicht-MCI-Patienten signifikant. Andererseits korrelierte jedes NPS signifikant (je p ≤ 0,01) mit der Lebensqualität nahezu aller Patienten (mit und ohne MCI). Das lineare Regressionsmodell ergab außer für das Alter (p = 0,03) signifikante Auswirkungen auf die Lebensqualität für eine MCI (vs. non-MCI) (p = 0,03), die BDI- und BAI-Werte (je p ≤ 0,01). Zusätzlich zeigte sich ein Trend für die SRMI (p = 0,06) und für die Krankheitsdauer (p = 0,08). Keinen signifikanten Zusammenhang mit der Lebensqualität fand sich für die Motorik nach UPDRS III (p = 0,16) und die L-Dopa-Äquivalenz-Dosis (p = 0,14). JL

Kommentar

In dieser Studie verringerten Angst, Depression, MCI und Alter die Lebensqualität. Wie angenommen, hatten NPS, insbesondere depressive und Angstsymptome, mit 50% den maßgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität der Parkinson-Patienten. Daneben trug die MCI trotz der statistischen Signifikanz in einem deutlich geringeren Ausmaß von 5% zu einer schlechteren Lebensqualität bei. Im Behandlungsalltag sollten Patienten vor allem auf Angst und Depression gescreent werden, ob sie eine MCI aufweisen oder nicht.


Quelle:

Wiesli D et al.: Influence of mild cognitive impairment, depression, and anxiety on the quality of life of patients with Parkinson disease. Dement Geriatr Cogn Dis Extra 2017; 7(3): 297-308



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