Neuro-Depesche 9/2017

SMS-Unterstützung bessert die Depression

Kanadische Psychiater untersuchten in einer randomisierten kontrollierten Pilotstudie, ob zusätzliche unterstützende Textnachrichtungen (SMS) auf das Smartphone die Therapie depressiver Patienten verbessern kann. Das scheint der Fall zu sein.

Eingeschlossen wurden 73 Patienten mit Major Depression, die in eine psychiatrische Klinik überwiesen worden waren. Über drei Monate erhielten 35 Patienten zweimal täglich eine vom Therapeuten persönlich formulierte SMS mit therapieunterstützendem Inhalt (Bleiben Sie am Ball, haben Sie Vertrauen, seien Sie achtsam etc.). Die 38 Patienten der Kontrollgruppe bekamen alle zwei Wochen eine SMS mit dem Dank für die Studienteilnahme und der Empfehlung, die Behandlung fortzusetzen.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt waren die durchschnittlichen Veränderungen der depressiven Symptome nach dem Beck Depression Inventory (BDI) II gegenüber Baseline. 31 bzw. 32 Patienten beendeten die Studie regulär.
In der Interventionsgruppe kam es – nach Adjustierung auf die BDI-Ausgangswerte – zu einer signifikanten Abnahme des BDI-Scores von 40,1 auf 20,8 Punkte, in der Kontrollgruppe nur von 36,3 auf 24,9 Punkte (p = 0,01). Für die signifikant stärkere Verringerung der Depressivität um mehr als 24% wurde für die SMS-Intervention eine hohe Effektgröße von 0,67 (Cohens’d) errechnet.
Darüber hinaus ergab sich in der aktiven Gruppe nach drei Monaten ein signifikanter Unterschied in der Verbesserung des selbstbeurteilen Gesundheitszustands nach EQ-5D-5: Die Werte nahmen in der Gruppe mit echter SMS-Unterstützung von 44,5 auf 65,7 zu, in der Kontrollgruppe von 47,1 nur auf 57,4 (p = 0,05). Für die durchschnittlich um mehr als 21% stärkere Veränderung ergab sich ein signifikanter Cohen‘s d-Wert von 0,51.
Die leichte Abnahme des EQ-5D-5-Items Angst/Depression und die geringfügig geringere Inanspruchnahme von Beratungen, Nothilfe-Besuchen etc. in der Interventionsgruppe erreichten keine Signifikanz. JL

Quelle:

Agyapong VIO et al.: Randomized controlled pilot trial of supportive text messages for patients with depression. BMC Psychiatry 2017; 17(1): 286. Epub 2. Aug; doi: 10.1186/s12888-017-1448-2]



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