Neuro-Depesche 3/2008

Liquorunterdruck-Syndrom

Fibrinkleber beendete Kopfschmerz und Koma

Ursache spontaner lageabhängiger Kopfschmerzen ist meist ein Liquor-Leck, das mit komatösen Zuständen einhergehen kann. Wenn Bettruhe und Eigenblut-Patches nicht helfen, kann ein Fibrinkleber nützlich sein.

Bei einem 68-Jährigen war ein spontaner Kopfschmerz aufgetreten, zwei Tage später wurde er im Koma (Score der Glasgow Coma Scale, GCS: 7) eingeliefert. Nach Auskunft seiner Frau war der Kopfschmerz nur in aufrechter Position aufgetreten und im Liegen verschwunden. Anam­-nes­­tisch war kein Trauma bekannt. Wegen Vorhofflimmern erhielt der Mann Warfarin.

Das MRT bestätigte mit Verlagerung des Hirnstamms, KM-Anreicherung der Dura und einer subduralen Flüssigkeitsansammlung den Verdacht auf ein spontanes Liquorunterdruck-Syndrom. In der Trendelenburg-Lagerung bei 45° besserte sich das Bewusstsein schnell (GCS: 14). Nachdem er zum Verschluss des Liquor-Lecks einen Eigenblut-Patch erhalten hatte, blieb er zwei Tage bei vollem Bewusstsein, anschließend schwankte der GCS-Score jedoch abhängig von der Position zwischen einem Score von 6 und 14.

Erst nach perkutaner Injektion eines Fibrinklebers erholte der Mann sich vollständig. Auch ein halbes Jahr später litt er weder an Kopfschmerz noch an Bewusstseinsstörungen.(GW)


Quelle: Schievink, WI: Reversal of coma with an injection of glue, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 369 (2007), Seiten: 1402


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