RLS-Zulassung beantragt

Neuro-Depesche 5/2005

Wirksame Therapie mit Dopaminagonist

Dopaminagonisten werden seit Jahrzehnten mit Erfolg zur Behandlung motorischer Parkinson-Symptome und Fluktuationen und als initiale Monotherapie zur Vermeidung von Komplikationen wie Dyskinesien eingesetzt. Mit dem non-ergolinen Ropinirol lässt sich auch das Restless Legs Syndrom (RLS) sehr wirkungsvoll behandeln, wie jetzt Experten berichteten.

Unter den verfügbaren Dopaminagonisten lassen sich erhebliche Unterschiede in den Rezeptoraffinitäten sowie den Wirkungs- und Nebenwirkungsprofilen feststellen. Während Ergot-Abkömmlinge auf mehrere Transmittersysteme (Dopamin, Noradrenalin, Serotonin) wirken, bindet das Non-Ergot-Präparat Ropinirol sehr spezifisch an Dopamin-D2- und D3-Rezeptoren. Eine höhere Spezifität der Rezeptorstimulation scheint auch unter dem Aspekt der Anwendungssicherheit wünschenswert. Non-Ergot-Dopaminagonisten wie Ropinirol verursachen keine fibrotischen Herzklappenveränderungen wie dies unter einigen Ergot-Präparaten beobachtet und als Folge der Stimulation bestimmter Serotonin-Rezeptorsubtypen gedeutet wurde. Etwa 80% der Parkinson-Patienten lassen sich mit einer Dosis von bis zu 9 mg/d Ropinirol gut einstellen, durch Unterdosierung wird der volle Nutzen der Therapie in der Praxis aber oft nicht voll ausgeschöpft. Eine anhaltende therapeutische Effizienz wurde über bis zu 8,5 Jahre dokumentiert. Zur Behandlung des RLS ist bislang nur L-Dopa zugelassen, im klinischen Alltag werden aber bereits sehr häufig Dopaminagonisten eingesetzt. Spätestens bei dem unter L-Dopa nicht seltenen Auftreten von Augmentationsphänomenen, so W. Fogel, Wiesbaden, sollten sie zum Einsatz kommen. Die Wirksamkeit von Ropinirol bei RLS ist in klinischen Studien wie "TREAT-RLS" (0,25-4,0 mg/d Ropinirol) belegt, seine Zulassung in dieser Indikation bereits beantragt. (EJW)

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