Subklinische Hypothyreose | Neuro-Depesche 3/2019

Wird die Depression gefördert?

In einem systematischen Review und anschließender Metaanalyse von 21 Studien wurden die Zusammenhänge zwischen einer Depression und einer subklinischen Hypothyreose untersucht.

Im ersten Teil der Analyse wurden 12.315 Personen aus 15 Studien einbezogen, von denen 1.700 (13,8 %) eine subklinische Hypothyreose (SCH) aufwiesen. Der mittlere TSH war bei Personen mit SCH mit 16,20 ± 24,75 vs. 2,09 ± 0,57 mIU/l deutlich höher als bei gesunden Kontrollen (p < 0,001). In der gepoolten Analyse wiesen die SCH-Patienten ein signifikant höheres Depressionsrisiko auf als die euthyroiden Kontrollen (relatives Risiko: 2,35; p < 0,001). In einer Subgruppenanalyse der SCH-Patienten > 60 Jahre bestätigte sich der Zusammenhang: Im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen wiesen sie ein 1,7-fach höheres Depressionsrisiko (Odds Ratio: 1,72; p = 0,020) auf.
In einer zweiten Auswertung von 7.135 Teilnehmern aus sieben Querschnittsstudien fanden sich zwischen den Individuen mit Depression (n = 753) und den gesunden Kontrollen in den mittleren TSH-Spiegeln keine signifikanten Unterschiede (2,30 ± 1,18 vs. 2,13 ± 0,72 mIU/l, p = 0,513). Im dritten Analyse-Teil führte die Substitution mit Levothyroxin bei 266 depressiven Teilnehmern mit SCH zwar zu einer Besserung der Depression in drei Studien, doch die gepoolte Analyse aller sechs Studen ergab keine signifikante Verringerung der depressiven Symptome. HL

Kommentar

Eine SCH scheint mit einem erhöhten Depressionsrisiko in Zusammenhang zu stehen. Routinemäßiges Schilddrüsen-Screening und frühe Levothyroxin- Gabe könnten sich bei Depressiven mit SCH positiv auswirken, auch wenn sich für deren Wirksamkeit aus der Studienlage lediglich Hinweise (und keine Evidenz) ableiten lassen. Hier ist noch Forschungsarbeit zu leisten.

Quelle:

Loh HH et al.: Association between subclinical hypothyroidism and depression: ... BMC Psychiatry 2019; 19(1): 12 [Epub 8. Jan. doi: 10.1186/s12888-018-2006-2]

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