Posttraumatische Epilepsie bei Erwachsenen

Neuro-Depesche 3/2021

Wie häufig? Und welche Risikofaktoren?

In Schweden wurde registerbasiert untersucht, wie häufig eine Hirnverletzung (traumatic brain injury, TBI) eine Epilepsie verursacht und welche Faktoren dazu beitragen.
111.947 Erwachsene mit erstem TBI-bedingtem Klinikaufenthalt (2000 – 10) wurden mit 325.881 alters- und geschlechtsgematchten Kontrollen verglichen.
Das Zehnjahres-Risiko für eine Epilepsie lag bei den Kontrollen bei 0,9 %, bei Hirnverletzungen fokaler/diffuser Art bei 12,9 % bzw. 8,1 %. Bei extrazerebralen Verletzungen betrug es 7,3 %, bei Schädelfrakturen 2,8 % und bei leichter/jeglicher TBI 2,6 % bzw. 4,0 %. Die Hazard Ratio (HR) für eine Epilepsie stieg mit der Verletzungsschwere an: von 3,0 bei leichter auf 16,0 bei fokaler Hirnverletzung.
Die Zusammenhänge blieben nach multivariater Adjustierung auf den Risikofaktor komorbide ZNS-Erkrankung signifikant. Weitere Risikofaktoren waren neben männlichem Geschlecht (HR: 1,2) eine Beatmung (HR: 2,8) und Anfälle (HR: 7,2) während des stationären Aufenthaltes. HL
Quelle: Karlander M et al.: Post-traumatic epilepsy in adults: a nationwide register-based study. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2021 [Epub 9. März; doi: 10.1136/jnnp-2020-325382]
ICD-Codes: G40.9
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