Arbeitsbeeinträchtigungen | Neuro-Depesche 10/2020

Welcher Kopfschmerz-Typ interferiert am stärksten?

Aufgrund ihrer Häufigkeit haben Kopfschmerzen enorme sozioökonomische Konsequenzen. Nun wurden in Serbien die Effekte einzelner Kopfschmerztypen auf Parameter wie Absentismus und Präsentismus bei der Arbeit bestimmt. Danach beeinträchtigt eine Migräne die Patienten am stärksten.
In einem Fragebogen gaben 579 von 1022 Angestellten (56,65 %) Kopfschmerzen im Vormonat an, davon 169 (16,53 %) Migräne, 224 (21,91 %) vom Spannungstyp (Tension type headache, TTH) und 186 (18,19 %) „andere“ Kopfschmerzen.
 
Absentismus, Präsentismus, Arbeitseffizienz
Eine kopfschmerzbedingte Arbeitsabwesenheit im Vormonat war selten (21 von 579; 3,63 %) – mit 7,1 % der Migränepatienten aber signifikant häufiger als bei den TTH-Patienten (2,23 % p = 0,019) und jenen mit „anderen“ Kopfschmerz (2,15 %; p = 0,025).
30,2 % der Migränepatienten arbeiteten mit Kopfschmerzen länger als 25 h pro Woche, Patienten mit TTH und anderen Kopfschmerzen nur zu 13,4 %.
Die für den Präsentismus berechnete durchschnittliche Arbeitseffizienz lag bei den Patienten mit Kopfschmerzen vom Spannungstyp signifikant häufiger bei 91 % bis 100 % als bei den übrigen Teilnehmern. Bei Migränepatienten rangierte die Arbeitseffizienz dagegen jeweils signifikant häufiger bei 0 % – 40 % bzw. 41 % – 65 %. Unter den diversen Kopfschmerz-Subtypen wiesen Migräne-Patienten mit Aura die geringste Effizienz auf. HL
Kopfschmerzen, vor allem Migräne (insbesondere mit Aura), beeinträchtigen die Arbeitsproduktivität erheblich. Die sozioökonomischen Verluste aufgrund der verringerten Effizienz sind höher als die aufgrund der insgesamt seltenen Fehlzeiten.
Quelle: Simić S et al.: Impact of individual headache types on the work and work efficiency of headache sufferers. Int J Environ Res Public Health 2020; 17(18): E6918 [Epub 22. Sept.; doi: 10.3390/ijerph17186918]
ICD-Codes: G43.9

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