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Perfusions-CT bei epileptischen Anfällen in der Notaufnahme

Neuro-Depesche 3/2022

Was spricht für einen SE, was dagegen?

Zertifizierte Fortbildung
Die Diagnose eines Status epilepticus (SE) kann in der Notaufnahme eine Herausforderung darstellen. Nun wurde die diagnostische Aussagekraft der Perfusionscomputertomographie (pCT) bei Patienten mit einzelnen Anfällen und SE untersucht. Es fanden sich deutliche, der Prognoseabschätzung dienliche Unterschiede.
Retrospektiv wurden die Akten von 47 Patienten mit Verdacht auf einen akuten ischämischen Schlaganfall und einen epileptischen Anfall über neun Monate ausgewertet. Bei 27 Patienten wurde am Ende ein einzelner epileptischer Anfall und bei 20 ein SE diagnostiziert. Anhand der pCT wurden Perfusionskarten erstellt und visuell auf eine Hyper- bzw. Hypoperfusion geprüft. Es erfolgte ein Abgleich mit klinischen Daten, EEG-Mustern etc.
 
Hyperperfusion prädiziert SE
Von den 18 Patienten, die im pCT eine kortikale Hyperperfusion aufwiesen, wurde bei 12 (60 %) letztlich ein SE diagnostiziert (s. Abb.). Acht dieser 12 Patienten hatten auch EEG-Befunde, die mit einem SE-Muster kompatibel waren. Bei den Patienten mit einem einzelnen Krampfanfall lag eine Hyperperfusion im pCT dagegen nur bei 22,2 % vor (s. Abb.).
 

Eine fokale kortikale Hyperperfusion im pCT hatte für die Vorhersage einer endgültigen SE-Diagnose eine Sensitivität von 60,0 % (95 %-KI: 36,4 - 80,2) und eine Spezifität von 77,8 % (95 %-KI: 57,2 - 90,6). Bemerkenswert: 96 % der Patienten ohne Hyperperfusion hatten auch im frühen EEG kein SE-Muster gezeigt. Darüber hinaus hatte eine thalamische Hyperperfusion eine hohe Spezifität (100 %) für die SE-Vorhersage und auch für ein SE-EEG-Muster (93,7 %). JL



Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer CME-Fortbildung.

Kommentar
In akuten Situationen kann eine fokale kortikale Hyperperfusion im pCT bei Patienten mit epileptischen Anfällen auf einen Status epilepticus hindeuten, insbesondere wenn sie von dem hochspezifischen Merkmal einer thalamischen Hyperperfusion begleitet wird. Das Fehlen einer fokalen Hyperperfusion macht die Diagnose eines SE dagegen unwahrscheinlich.
Quelle: Restrepo-Vera JL et al.: Epileptic seizures in the emergency room: clinical and electroencephalographic findings associated with brain perfusion patterns on computed tomography. J Neurol 2022: 1–9 [Epub 13. Feb.; doi: 10.1007/s00415-022-11005-1
ICD-Codes: G40.9
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