Rationale Epilepsie-Therapie

Neuro-Depesche 12/2010

Vorteilhafter Partner für die Kombination

Die Zusatztherapie mit Lacosamid kann bei Patienten mit fokalen Anfällen, die mit verschiedensten anderen Antiepileptika behandelt werden, einen deutlichen Zugewinn an Wirkung erzielen. Dass die Kombination des modernen Antiepileptikums mit Nicht-Natriumkanalblockern besonders wirksam ist, berichten jetzt Experten bei der Neurowoche 2010.

Die Wahl einer Epilepsie-Behandlung wird bestimmt durch die Art des Anfalls, durch Patientencharakteristika und die Eigenschaften der zur Verfügung stehenden Substanzen, erklärte Dr. med. Günter Krämer, Zürich. Ideal wäre aus seiner Sicht eine Therapie, die nach einem EEG oder einer Genom-Bestimmung individuell auf den Patient zugeschnitten wird.

Eine wertvolle Option ist heute Lacosamid. Das als Filmtablette, Sirup und Infusionslösung erhältliche moderne Antiepileptikum ist für die Zusatzbehandlung fokaler Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren zugelassen. In einer retrospektiven Analyse klinischer Daten konnten 400 mg/d Lacosamid als Add-on zu mindestens einem klassischen Natriumkanalblocker wie Lamotrigin, Carbamazepin oder Oxcarbazepin bei 39,9% der Patienten die Anfallsrate um 50% und mehr verringern. Bei der Kombination mit einem Nicht-Natriumkanalblocker war dies sogar bei 62,3% der Patienten der Fall. Diese Ergebnisse sprechen für einen frühen Einsatz von Lacosamid in der Kombinationstherapie, erklärte Krämer in Mannheim, und zeigen Bedingungen für eine rationale Epilepsie-Therapie auf.

Häufigste therapiebedingte Nebenwirkungen waren im Übrigen Müdigkeit und Kopfschmerzen. Die Nebenwirkungsrate war schon bei Kombination mit klassischen Natriumkanalblockern gering und fiel bei Kombination von Lacosamid mit den oben genannten Nicht-Natriumkanalblockern noch einmal vorteilhafter aus. mb

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