Sensorbasierte ‚Wearables‘ | Neuro-Depesche 7/2018

Verbessern sie Gang und Gleichgewicht?

In einer Metaanalyse randomisierter, kontrollierter Studien (RCT’s) untersuchten deutsche und US-amerikanische Forscher die Effekte verschiedener durch ‚Wearables‘ unterstützten Gang- und Gleichgewichtstrainings bei Patienten und Gesunden.

Die acht RCT‘s mit je 20 bis 40 Teilnehmern umfassten zwei zum Morbus Parkinson, eine zum Schlaganfall und eine zu beiden Krankheiten sowie zwei zur peripheren Neuropathie und je eine zu gebrechlichen Älteren bzw. älteren Gesunden. Eingesetzt wurden drei verschiedene Trainingsarten: statisches und dynamisches ‚steady-state“-Balance-Training (teils mit Gangtraining) und ein proaktives Gleichgewichtstraining.
Unter anderem wurden in zwei RCTs signi-fikante Besserungen für ausgewählte Gangparameter (symmetrische Fußbelastung beim Stehen, Geschwindigkeit beim schnellen Gehen) berichtet. In einer Studie zeigten sich positive Effekte auf die proaktive Balance (im Schrittwechsel-Test), nicht jedoch im Timed Up and Go Test und nach der Berg Balance Scale. In zwei Studien waren lediglich die Durchführbarkeit und Nützlichkeit bestätigt worden.
In der Metaanalyse ergab sich dennoch ein signifikanter Gesamteffekt des ‚Wearables‘-unterstützen Trainings: So auf Gleichgewichtsparameter wie der mediolateralen (ML) und anteriorposterioren (AP) Schwankbreite mit offenen und geschlossenen Augen (ML: Hedges‘ g: 0,82 bzw. 0,57; AP: Hedges‘ g: 0,55 bzw. 0,44). Dagegen fanden sich keine positiven Wirkungen auf die habituelle Gehgeschwindigkeit (Hedges‘ g: -0,19). HL

Quelle:

Gordt K et al.: Effects of wearable sensor-based balance and gait training on balance, gait, and functional performance in healthy and patient populations: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Gerontology. 2018;64(1):74-89

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