Bei Morbus Parkinson: Safinamid mit dualem Ansatz | Neuro-Depesche 10/2019

Umfassende Wirkungen – auch im Therapiealltag

Klinische Studien wie praktische Erfahrungen belegen, dass sich unter Safinamid als Addon zu L-Dopa die motorischen Symptome und Komplikationen von Parkinson-Patienten ebenso bessern können wie deren vielfältige nicht-motorische Symptome, darunter Schmerzen und depressive Stimmungen. Diese Therapieeffekte und die pathophysiologische Bedeutung des einzigartigen dualen (dopaminergen und antiglutamatergen) Wirkprinzips von Safinamid wurden auf einem von Zambon unterstützten Symposium beim 5. EAN-Kongress in Oslo erörtert.
Unter L-Dopa kommt es u. a. zur Ausweitung und Sensitivierung glutamaterger Rezeptoren, die motorische Komplikationen begünstigen können. Daher stellt die Eindämmung der schädlichen glutamatergen Hyperaktivität einen sinnvollen Therapieansatz dar, schilderte Prof. Javier Pagonabarraga, Barcelona. Neben seiner dopaminergen Wirkung durch Hemmung der Monoaminoxidase (MAO) B moduliert Safinamid die spannungsabhängigen Na+-Kanäle und – in geringerem Maß – die Ca++- Kanäle. Dadurch wird die lokal übermäßige Freisetzung des erregenden Transmitters gesenkt. Für den Experten „ist die Kontrolle der glutamatergen Hyperexzitabilität ebenso wichtig wie die Förderung der dopaminergen Transmission“.
Verschiedene klinische Daten, u. a. der Studien 016 und 018 über insgesamt zwei Jahre, zeigen, dass Safinamid als Add-on bei Parkinson-Patienten in mittleren bis späten Stadien die Motorik insgesamt positiv beeinflussen, Fluktuationen wie Wearing-Off längerfristig kontrollieren und klinisch relevante Dyskinesien reduzieren kann. Darüber wurden viele nicht-motorischen Symptome (NMS) deutlich verringert. Neben der großen deutschen Realworld- Studie X-TRA zeigt dies auch eine aktuelle italienische Praxisstudie, in der die Summe an NMS um 26 % verringert wurde. Dass das gut verträgliche Safinamid die bei M. Parkinson häufigen und belastenden Schmerzen sogar stärker als jede andere medikamentöse Intervention reduziert, belegte jüngst eine unabhängige Metaanalyse. Pagonabarraga sprach sich insgesamt für eine rechtzeitige (möglichst niedrig dosierte) dopaminerge Therapie aus, nämlich „sobald ein Patient unter funktionellen Beeinträchtigungen leidet“. JL
Quelle: Satellitensymposium: „Optimizing levodopa therapy: searching for the evidence, looking beyond the data“. Kongress der European Academy of Neurology (EAN), Oslo, 1. Juli 2019. 

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