Dopaminagonist bessert auch den Schlaf

Neuro-Depesche 10/2006

Umfassende Wirkung und kaum Augmentation

Für Patienten mit RLS stehen häufig Ein- und Durchschlafstörung im Vordergrund der Beschwerden. Sie führen nicht selten zu einer belastenden Tagesmüdigkeit und können die Lebensqualität deutlich verringern. Mit dem Dopaminagonisten Ropinirol besteht nun eine Therapieoption, die sich bei einem günstigen Nebenwirkungsprofil durch eine signifikante Besserung der RLS-Kernsymptome, aber auch der schlafassoziierten Beschwerden auszeichnet.

Das RLS ist eine rein klinische Diagnose, die in erster Linie auf die vier von der Internationalen RLS-Study-Group definierten Symptome zu rückgeht: Bewegungsdrang oft mit Miss empfindungen überwiegend in den Beinen, Verschlechterung in Ruhe, Besserung bei Bewegung sowie eine zirkadiane Rhythmik mit Symptomen in der zweiten Tageshälfte bzw. nachts. Unter anderem erhärtet ein Ansprechen auf dopaminerge Medikamente die Diagnose.

In den letzten Jahren war für die dopaminerge Therapie des RLS lediglich Levodopa zugelassen. Mit Ropinirol, bislang schon in Frankreich, der Schweiz, Australien, Neuseeland und den USA verfügbar, erhielt erhielt nun ein non-ergoliner Dopaminagonist die europäische Zulassung. Kontrollierte Studien mit insgesamt mehr als 900 Patienten zeigen, dass mit Ropinirol (0,25 und 4,0 mg/d) sowohl die subjektiven Beschwerden als auch die objektiven RLS-Symptome im Vergleich zu Plazebo signifikant gebessert wurden: Dies betraf unter anderem den Schweregrad nach IRLSS und die periodischen Beinbewegungen im Schlaf und zur Wachzeit (PLMS/ PLMW). In einer Polysomnographie-Studie hatte sich auch die Schlafqualität der behandelten Patienten erhöht, berichtete Frau Prof. C. Trenkwalder, Kassel.

Von der unter Levodopa recht häufigen Augmentation, also der zeitlichen, lokalen und/oder quantitativen Ausweitung der Beschwerden scheinen Dopaminagonisten wie Ropinirol (3,8% in einer 52 Wochen-Studie) erheblich seltener betroffen zu sein. (CB)

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