Neuro-Depesche 7/2018

Supplementierung mit 5-ALA

Trainingsleistung und Depression gebessert

Patienten mit klinisch relevanter Depression können von körperlicher Betätigung profitieren, doch ein regelmäßiges Training fällt ihnen meist schwer. In einer randomisierten doppelblinden Crossover-Studie wurde geprüft, ob die Supplementierung mit 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) plus Natriumeisencitrat (NEC) bei depressiven Frauen mittleren Alters Trainingsbereitschaft und -leistung verbessert und die Depressivität verringert.

Neun Frauen (durchschnittl. Alter 53 ± 8 Jahre) mit einer Major Depression nahmen an der doppelblinden Pilotstudie teil. Nach dem Summenscore der Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale (MADRS) litten sie trotz Behandlung mit Antidepressiva oder Psychotherapie noch unter einer leichtgradigen Depression. Nach Randomisierung erhielten alle Frauen zur Unterstützung eines zuhause durchgeführten Gehtrainings in der ersten Studienphase über sieben Tage täglich 2 x 250 mg ALA+NEC und in der zweiten Phase sieben Tage lang entsprechend Placebo.
Die Übungsintensität des Intervall-Gehtrainings wurde akzelerometrisch erfasst. Vor und nach jeder Studienphase unterzogen sich die Frauen einem gestuften Belastungstest mit Messung der Laktat-Konzentrationen im Plasma (Lac), der maximalen Sauerstoff-Aufnahme (VO2) und der maximalen Kohlendioxid-Abgabe (VCO2). Veränderungen der Depressionsschwere wurden nach MADRS ermittelt.
Unter der kombinierten Gabe von 5-ALA und SFC verbesserten sich LAC, VO2 und VCO2 (je p < 0,01) gegenüber dem Ausgangszustand. Der Unterschied vs. Placebo war signifikant. Signifikant erhöhten sich die Zahl an Trainingstagen, die Maximalleistungen und die Dauer des schnellen Gehens (je p < 0,05). Der MADRS-Score ging signifikant um durchschnittlich 4,5 Punkte zurück (p < 0,007). HL

Kommentar

5-ALA, eine Vorstufe in der Porphyrinsynthese, könnte sich positiv auf die mitochondriale Atmungskette auswirken. In dieser Pilotstudie verbesserte die Einnahme von ALA + NEC die Trainingsleistung und die körperliche Fitness. Auch die depressiven Symptome wurden moderat, aber imerhin statistisch signifikant reduziert. Möglicherweise könnte die Supplementierung bestimmter depressiver Patienten sinnvoll sein.


Quelle:

Suzuki H et al.: Effects of 5-aminolevulinic acid supplementation ... Sci Rep 2018; 8(1): 7151 [Epub 8. Mai; doi: 10.1038/s41598-018-25452-2]



Link zur Originalarbeit Originalarbeit bestellen


ICD-Codes: F32.9

Das könnte Sie auch interessieren

Ketamin niedrig oder sehr niedrig dosieren?
GFI Der Medizin-Verlag

Anschrift

GFI. Gesellschaft für medizinische Information mbH
Paul-Wassermann-Straße 15
81829 München

Telefon: +49 89 4366300
Fax: +49 89 436630210
E-Mail: info@gfi-online.de

Copyright © 2018, GFI | AGB | Sicherheit und Datenschutz | Impressum