Malignes neuroleptisches Syndrom

Neuro-Depesche 1/2004

Tod durch Herzversagen

Ein malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) endet in 10 bis 20% der Fälle tödlich. Eine Frau verstarb in Folge eines MNS an einem Herzversagen.

Die 35-Jährige mit seit 14 Jahren bestehender bipolarer Störung wurde mit der Diagnose MNS eingeliefert, nachdem sie vier Tage zuvor eine Kombinationsbehandlung mit Thioridazin und Lithium begonnen hatte. 14 Tage davor hatte sie einen Suizidversuch mit fünfzig 25-mg-Tabletten Thioridazin unternommen. Nach sofortigem Absetzen der Medikamente, intravenöser Rehydrierung und Gabe von Dantrolen und Lorazepam besserte sich ihr Zustand zunächst. Nach rund einem Monat mit rezidivierenden Pyrexien stieg ihre Temperatur auf über 40° C an. Die Patientin entwickelte eine Tachypnoe, eine Sinustachykardie und Zeichen eines Kammerversagens, das sich echokardiographisch als linksventrikuläre systolische Dysfunktion darstellte. Trotz intensivmedizinischer Maßnahmen verschlechterte sich die Herzfunktion rapide und die Patientin starb. Die Autopsie ergab ein dilatiertes Herz mit normalem Koronarbefund. Histologisch waren neben Vakuolisierungen und interstitiellem Ödem auch ausgedehnte Myozytolysen sowohl an den Herz- als auch an den Skelettmuskelzellen nachweisbar waren. Direkte Effekte auf die Myozyten sind beim MNS bislang nicht beschrieben worden.

Quelle: Sparrow, P: Acute cardiac failure in neuroleptic malignant syndrome, Zeitschrift: EUROPEAN JOURNAL OF HEART FAILURE, Ausgabe 5 (2003), Seiten: 575-578
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