Kinder mit ADHD | Neuro-Depesche 5/2002

Stimulanzientherapie mit Einmaldosierung möglich

US-amerikanische Pädiater untersuchten an Kindern mit Aufmerksamkeitsstörung (Attention-deficit / hyperactivity disorder = ADHD), ob das hauptsächlich bei Narkolepsie eingesetzte Stimulans Modafinil die Symptome wirksam reduziert.

Das nicht mit Methylphenidat und anderen Amphetaminen verwandte und auch über andere Mechanismen wirkende Modafinil besitzt eine Halbwertzeit von 12 bis 17 Stunden. Damit ist es für die einmal tägliche Einnahme geeignet. Elf Patienten im Alter zwischen fünf und 15 Jahren erhielten nun täglich ungeblindet eine frühmorgendliche Modafinil-Einzeldosis von durchschnittlich 193 mg. Primärparameter der im Mittel 4,6 Wochen langen Therapie waren Veränderungen auf der Conners Parent and Teacher Rating Scale (CPRS u. CTRS), der ADHD Rating Scale-IV und dem Test of Variables of Attention (TOVA). Die TOVA-ADHD-Scores verbesserten sich hochsignifikant um durchschnittlich 2,43 Standardabweichungen, die Impulsivität ging dabei stärker zurück als die Unkonzentriertheit. Auch die Beurteilungen der Lehrer und der Eltern nach CTRS- und CPRS-ADHD-Index-T-Scores spiegelten mit einer Verbesserung von durchschnittlich 14,1 und 17,7 Punkten die signifikante Abnahme der Symptomatik wider. Ferner sanken die Werte der ADHD-Rating Scale-IV von der 8. auf die 75. Perzentile. Ein Kind schied aufgrund wiederholter Tremorepisoden vorzeitig aus der Studie aus. Die Symptome gingen nach Absetzen des Medikaments (100 mg/d) vollständig zurück. Andere Nebenwirkungen wie Einschlafstörungen waren nur leichter Natur. Sie besserten sich spontan oder ließen sich durch Dosisanpassungen gut handhaben. In keinem Fall trat Appetit- oder Gewichtsverlust auf.

Quelle: Rugino, TA: Effects of modafinil in children with attention-deficit/hyperactivity disorder: an open-label study, Zeitschrift: JOURNAL OF THE AMERICAN ACADEMY OF CHILD AND ADOLESCENT PSYCHIATRY, Ausgabe 40 (2001), Seiten: 230-235

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