Exzessive Tagesmüdigkeit (EDS) bei OSA

Neuro-Depesche 4/2021

Signifikante Korrelationen nur bei Männern

Zertifizierte Fortbildung
Bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) stellte die exzessive Tagesmüdigkeit (EDS) ein Hauptsymptom dar. Allerdings weist die EDS unter den OSA-Patienten eine erhebliche Variabilität auf, die durch den Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) allein nicht ausreichend charakterisiert werden kann. Auf der Suche nach geschlechtsspezifischen EDS-Unterschieden wurden Ärzte in Israel in einem detaillierten Schlaftest nun bei den Männern fündig, nicht aber bei den Frauen.
578 Männer und 270 Frauen mit OSA-Verdacht führten einen häuslichen SOMNOTOUCH-Test durch. Das Gerät zeichnet den oronasalen Luftstrom, Schnarchen, Schlafposition, Atembewegung sowie pulsoximetrisch Anzahl und Dauer von O2-Entsättigungsphasen auf. Apnoe war als fehlender Luftstrom für > 10 s, Hypopnoe dessen Reduzierung um > 50 % und AHI als Summe beider definiert. Eine O2-Entsättigung wurde bei Reduktion des O2-Gehalts im Blut um 4 % für > 4 s konstatiert. Dann wurden mögliche Korrelationen zwischen den Testvariablen und der nach Epworth Sleepiness Scale (ESS) bewerteten EDS bestimmt.
 
Resultate bei den männlichen …
In der Gruppe der Männer ergaben sich zahlreiche signifikante Korrelationen mit dem ESS-Score: Außer mit dem BMI (r = 0,107, p = 0,010) waren dies der AHI (r = 0,158, p < 0,001) und die Anzahl an Apnoen (r = 0,129, p = 0,002), an Hypopnoen (r = 0,115, p = 0,006) und an O2-Ent- sättigungsphasen (r = 0,145, p < 0,001) sowie der prozentuale Zeitanteil mit einer O2-Sättigung < 90% ( r = 0,130, p = 0,002).
 
… und weiblichen Patienten
Obwohl die Frauen nach ESS praktisch genauso tagesmüde waren wie Männer (ESS: 8,05 vs. 8,43) fand sich bei den Patientinnen in keinem einzigen der Schlaftestparameter und auch nicht mit dem BMI eine signifikante Korrelation mit dem ESS-Score. Es ergab sich lediglich eine negative Assoziation zwischen Lebensalter und der EDS (r = -0,208, p < 0,001). JL


Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer CME-Fortbildung.

Kommentar
Warum diese erste Studie zu Geschlech- terunterschieden bei der EDS nur bei den männlichen OSA-Patienten zahlreiche Risikovariablen ergab, ist unklar. Da der ESS subjektive Angaben erfasst, nehmen Frauen ihre Tagesmüdigkeit vielleicht nur anders wahr als die Männer.
Quelle: Honig E et al.: Gender differences in the sleep variables contributing to excessive daytime sleepiness among patients with obstructive sleep apnea. Sleep Breath 2021 [Epub 19. Jan.; doi: 10.1007/s11325-020-02276-x]
ICD-Codes: G47.3
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