Verteilung der grauen Substanz

Neuro-Depesche 3/2007

Schizophrenie-Diagnose per VBM?

Psychiatrische Störungen werden überwiegend anhand klinischer Befunde diagnostiziert. Verbesserte bildgebende Verfahren könnten aber zukünftig zusätzliche, diagnostisch relevante Befunde liefern. Eine japanische Arbeitsgruppe stellte nun typische Resultate der Voxel-basierten Morphometrie (VBM) der grauen Substanz von Patienten mit Schizophrenie vor.

In zwei Untersuchungsreihen wurde bei 30 bzw. 16 Patienten mit Schizophrenie und entsprechenden Kontrollpersonen eine VMB durchgeführt. In der ersten Reihe wurde anhand eines multivariaten linearen Modells das typische VBM-Verteilungsmuster der grauen Substanz ermittelt, mit dem sich die Patienten am besten von den Gesunden unterscheiden ließen. Dieses Modell wurde zur Validierung prospektiv auf die Probanden der zweiten Versuchsreihe angewendet.

Verglichen mit den Kontrollen wiesen die Patienten in verschiedenen Hirnregionen ein signifikant geringeres Volumen der grauen Substanz auf. Das so genannte Eigenimage zeigte ein typisches Verteilungsmuster mit Volumenabnahmen in lateralen Präfrontalregionen, der Insula, lateralen und medialen Temporalregionen sowie dem Thalamus. Ein erhöhtes Volumen an grauer Substanz fand sich in Putamen und Zerebellum der Patienten. Anhand des Eigenimage konnten in der ersten Kohorte 90% (jeweils 27 von 30 Patienten und 30 Gesunden) und in der zweiten Gruppe mehr als 80% der Teilnehmer (13 bzw. 14 von jeweils 16) korrekt unterschieden werden.

Quelle: Kawasaki, Y: Multivariate voxel-based morphometry successfully differentiates schizophrenia patients from healthy controls, Zeitschrift: NEUROIMAGE, Ausgabe 34 (2007), Seiten: 235-242
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