Demenz-Disposition

Neuro-Depesche 12/2008

Risikofaktor Cholesterin abhängig vom Alter?

Die Verbindungen zwischen Cholesterinwerten und dem Erkrankungsalter bei Demenzen unterschiedlicher Ätiologie bzw. leichten kognitiven Beeinträchtigungen (Mild cognitive impairment, MCI) sind noch weitgehend unklar. In einer Metaanalyse wurde nach den Bezügen dieser Faktoren gesucht.

Der Gesamtcholesterinwert (TC) gilt als ein vaskulärer Risikofaktor für eine Demenzentsehung. Um die Beziehung zwischen TC und Demenz sowie TC und leichter kognitiver Beeinträchtigung zu untersuchen wurden in einer systematischen Übersichtsarbeit 18 prospektive Studien geprüft. Insgesamt 14 331 Teilnehmer waren in die Analyse für Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT), 9458 für vaskuläre Demenz (VD), 1893 für kognitiven Abbau und 4793 für kognitive Störungen eingeschlossen. Die Nachbe­obachtungszeit der Studien lag bei drei bis 29 Jahren. Geeignete Studiendaten flossen in eine Metaanalyse ein.

Hohe TC-Werte im mittleren Lebensalter waren durchgängig mit einem erhöhten Risiko für eine Alzheimer-Demenz wie für jegliche Demenzform assoziiert. Es fanden sich aber keine Hinweise auf Bezüge zwischen hohen TC-Werten im Alter und Demenzerkrankungen. Signifikante Zusammenhänge zwischen TC-Werten und überwiegend vaskulären Demenzen wurdem in Subgruppenanalysen wieder Erwarten nicht festgestellt.

Hohe TC-Werte im mittleren Alter und kognitive Störungen waren zwar mieinander assoziiert, zu einem weiteren kognitiver Abbau bestand aber kaum einer Beziehung. In zwei von sieben Studien wurde interessanterweise über eine signifikante Interaktion zwischen den TC-Werten und dem Apolipoprotein-ε4-Allel berichtet. EJW

Kommentar
?! Diese Metaanalyse weist darauf hin, dass hohe Gesamtcholesterinkonzentration im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko steigern, nicht aber im höheren Alter. Zur genauen Beurteilung der Zusammenhänge bedarf es aber Langzeitdaten von Personen, die im mittleren Alter erfasst werden und später eine Demenz entwickeln. Erst daraus ließen sich z. B. etwaige altersspezifische Empfehlungen für Cholesterin-Grenzwerte etc. ableiten.
Quelle: Anstey, KJ: Cholesterol as a risk factor for dementia and cognitive decline: a systematic review of prospective studies with meta-analysis, Zeitschrift: AMERICAN JOURNAL OF GERIATRIC PSYCHIATRY, Ausgabe 16 (2008), Seiten: 343-354
Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x