MCI und Alzheimer-Erkrankung | Neuro-Depesche 1/2011

Risiko-Patienten mit SPECT erkannt

Patienten, die unter einer generellen Minderung der Gedächtnisleistung oder einer leichten Beeinträchtigung ihrer kognitiven Fähigkeiten (MCI – Mild Cognitive Impairment) litten, wurden mit der SPECT-Bildgebung untersucht. Weisen deren Befunde darauf hin, ob die Defizite stabil bleiben oder als Prodomalsstadium zu einer Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) fortschreiten?

Es handelt sich um eine prospektive, multizentrische Longitudinalstudie, in der 83 Patienten mit ersten kognitiven Beeinträchtigungen, meist eine MCI, über drei Jahre beobachtet wurden. Am Ende der Beobachtungszeit hatten elf Patienten eine DAT entwickelt (MCI-DAT-Gruppe), 72 Patienten waren kognitiv stabil geblieben (MCI-S).

Für die Detektion der Patienten mit einer späteren Demenz vom Alzheimer-Typ wurde ein SPECT mit automatisierter Auswertung verwendet, um in diversen Hirnregionen das Ausmaß der Perfusion zu bestimmen. Zusätzlich wurde ein neuropsychologischer Test, der Free and Cued Selective Reminding Test (FCSRT) durchgeführt. Der Prädiktionswert dieser beiden Untersuchungen wurde jeweils einzeln als auch in Kombination bewertet.

Mittels SPECT konnte in der MCI-Gruppe mit späterer DAT initial eine signifikante Minderdurchblutung des rechten Parietallappens wie auch des Hippokampus im Vergleich mit den stabilen Patienten festgestellt werden (p < 0,05). Allein durch die SPECT-Quantifizierung der Perfusion von Parietallappen und Hippokampus konnten die MCI-DAT-Patienten – bei einer Sensitivität von 82% und einer Spezifität von 90% – mit einer Genauigkeit von 89% identifiziert werden. Wurden diese Ergebnisse noch mit denen des Gedächtnistests FCSRT kombiniert, konnte die Rate einer exakten Zuordnung zu einer der Gruppen auf 93% gesteigert werden.

?! Bei Patienten mit herabgesetzter Gedächtnisleistung, meist in Form einer MCI, kann mit Hilfe von SPECT-Untersuchungen und eines geeigneten neuropsychologischen Tests wie der Free und Cued Selective Reminding Test zu über 90% eine zutreffende Vorhersage gemacht werden, welcher Patient in Dreijahresfrist eine DAT entwickeln wird.
Quelle: Habert MO: Brain perfusion SPECT with an automated quantitative tool can identify prodromal Alzheimer's disease among patients with mild cognitive impairment., Zeitschrift: NEUROBIOLOGY OF AGING, Ausgabe 32 (2011), Seiten: 15-23

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Ihr Zugang zu exklusiven Inhalten für Fachkreise

Login für Fachkreise

Neu registrieren

Passwort vergessen?